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Wenn Radfahrer laufen …

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… dann ernten sie oft Kopfschütteln von den Kollegen. Ist Laufen wirklich so schlecht wie oft behauptet wird? Wann macht es Sinn laufen zu gehen und wann nicht? Ich hab’s ausprobiert, mir heuer ein paar laufspezifische Ziele gesetzt (z.B. einen Halbmarathon absolvieren und ein paar Duathlons – 1,2,3)  und dabei folgendes gelernt:

„Man wird dort besser, wo man trainiert“ (siehe „Neunzig Prozent“), gilt nicht nur für die Gestaltung des Trainings (der 90% Ansatz hat bei mir beim Laufen auch funktioniert), sondern auch für die Wahl der Sportart. Will man beim Radfahren besser werden, dann sollte man mit dem Rad fahren.

Dem Herz-Kreislauf System ist es aber egal wie man es belastet. Daher ist Laufen in jedem Fall besser als nichts zu tun. Hat man nicht ausreichend Zeit zum Radeln, ist das Wetter zu schlecht oder ist man irgendwo auf Reisen, wo das Rad nicht mit kann, dann ist Laufen eine praktische Alternative. Ich schiebe gerne an Erholungstagen eine lockere Laufeinheit ein. Auch hier ist gemütliches Traben besser als auf der Couch zu hocken. Mit geeigneter Streckenwahl sind auch Intervalle an oder über der Schwelle für ungeübte Läufer machbar.

Während das Laufen im Flachen recht anstrengend für Bänder und Muskeln ist und man sich erst daran gewöhnen muss, v.a. wenn man – wie die meisten Radfahrer – einen gut trainierten Motor (Herz-Kreislauf System) hat, aber ein schwaches Fahrgestell (Bänder/Muskeln), dann ist bergauf laufen eine gute Alternative. Dabei arbeitet man vorwiegend gegen die Schwerkraft, hat eine ähnliche muskuläre Belastung wie beim Radfahren und es ist ein Leichtes den Motor voll auf Touren zu bringen ohne sich dabei zu verletzen. Kann man auch im Winter machen, sich auf Skipisten (mit oder ohne Ski) hocharbeiten und dabei viele Minuten Belastung an der Schwelle sammeln. In Städten kann man Sprints oder HIT Einheiten auf Hügeln, steilen Strassen oder Stiegen versuchen.

Apropos anstrengend: Schnelles Laufen ist viel fordernder und anstrengender als schnelles Radfahren. D.h. man muss deutlich längere Erholungsphasen einplanen. Ich war im heuer Mai nach dem Halbmarathon im März und meinen zwei Duathlons im April samt dem dazugehörigen Lauftraining ziemlich streichfähig. Während kurze Spitzenbelastungen (z.B. Zeitfahren) kein Problem waren, war vor allem die Erholungszeit deutlich länger als in den Jahren davor (mit reinem Radfahrtraining). Erst einen Monat später, im Juni, war ich aus dem Loch heraussen und fühlte mich wieder normal.

Schlagwort schnell: Ähnlich wie beim Radfahren die relative VO2max und die daraus abgeleitete Schwellenleistung (FTP) (siehe „Was geht noch?“) über die Leistungsfähigkeit entscheidet, so ist dies auch beim Laufen der entscheidende Faktor. Dieser Beitrag bzw. die darin angeführte Tabelle zeigt einem recht gut das Potential auf, das man als Läufer hat. Meine Vo2max liegt bei ~70 und ich bin heuer 10k in ~34:30 gelaufen. Passt also recht gut. Mein absolutes Leistungsniveau bei Rennen ist dann ähnlich: Bin ich als Radfahrer mit meinen knapp 5W/kg Schwellenleistung ein guter Amateurfahrer, so bin ich beim Laufen auch ein guter Amateurläufer. Einige sind schneller und viele sind langsamer als ich 😉

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Leidet das Radfahren unter dem Laufen? Jein. Bei mir hat das Laufen zu keiner Verschlechterung der Leistungswerte am Rad geführt, aber sehr wohl zu einem Aufbau an Muskelmasse (= mehr Gewicht = schlecht wenn man mit dem Rad bergauf fährt) und zu einer Reduktion spezifischer Trainingseinheiten, weil man auf ein intensives Radtraining nicht einfach ein intensives Lauftraining drauf packen kann. Nach dem Absetzen des Lauftrainings Ende April ist das Zusatzgewicht (ca. 1-1,5kg) erhalten geblieben und hat mich durch die gesamte Saison begleitet und dann im August/September auch dazu beigetragen, dass ich meine bisherigen Wattbestleistungen überbieten konnte. Bergauf war ich zwar immer noch langsamer als früher, aber am Zeitfahrer im Flachen so schnell wie noch nie. Gefühlt haben die zusätzlichen Laufmuskeln (Äussere Oberschenkelmuskulatur) vor allem die, bei intensiver Belastung ermüdenden, Radmuskeln (Gerade Oberschenkelmuskulatur) unterstützt. Das zeigt auch die Auswertung meiner Garmin Vector Pedale, die deutlich belegt, dass ich mit steigender Ermüdung immer O-beiniger werde (und dadurch die äußere Oberschenkelmuskulatur stärker belaste).

Nach den Erfolgen des heurigen Jahres (u.a. Österr. Meister Duathlon Masters, Österr. Meister EZF Amateure), kann ich nicht behaupten, dass das verstärkte Laufen ein Fehler gewesen wäre. Ich möchte daher auch weiter regelmässig laufen gehen (und irgendwann einmal noch einen drauf setzen!). Allerdings hatte ich heuer auch ziemliche Probleme mit meinen Waden und die schmerzen bei mir vor allem beim Laufen. Diese Schmerzen möchte ich unbedingt in den Griff bekommen – falls dies überhaupt geht. Meine Knöchel sind leider durch mehrfache Bänderrisse in der Bewegung eingeschränkt – und erst dann wird beim Laufen wieder richtig Gas gegeben.

Schöckel Classic 2015

Eigentlich wollte ich weder an dem Event jemals wieder teilnehmen, noch an dem Wochenende irgendein Rennen fahren – 40er Feier meiner Frau und entspannen war angesagt. Irgendwie hat sich am Samstag beim Frühstück in meinem Kopf aber festgesetzt, dass es sein muss und ich da rauf will. Wie so oft hat sich der Dickschädel gegen alle Widerstände durchgesetzt und ich Stand nach 4h Schlaf am Sonntag um 11:30 mit ~150 anderen Verrückten bei hochsommerlichen Temperaturen am Start in der Heinrichstrasse. Das Ziel: In einer Stunde am Schöckl oben sein.

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Am Start

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Attacke nach 1km am Rad (Videobeweis) und 3er Spitzengruppe bis (fast) ganz zum Ende der Radstrecke. 30min mit 336W bzw. 350W NP.

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An 3. Position Wechsel vom Rad in die Laufschuhe und anschliessender 2km/660 Höhenmeter „Crawl“ die Lifttrasse hoch.

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Nach 1h:2m:00s als 4. bzw. 2. M40 im Ziel. Zufrieden, auch wenn sich die Stunde nicht ganz ausgegangen ist.

Das offizielle Video zum Event:

Links:
Homepage
Ergebnisliste
Radfahrt auf Strava.com
Lauf auf Strava.com

2/4 Duathlon Maissau 2015

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Wie geplant habe ich nach dem Duathlon in Parndorf am vergangenen Wochenende noch einen zweiten Duathlon absolviert. Eigentlich wollte ich den Mürzman Extrem Duathlon (10/100/20) angehen, habe mich dann aber doch aus Angst vor einer längeren Muskelverletzung durch Überlastung auf der 2. Laufstrecke, für den Sprintduathlon in Maissau (5/24/2,5) entschieden.

Bei Kaiserwetter ging es mit Vollgas auf die anspruchsvolle Strecke, die sowohl auf der 2,5km Laufrunde als auch der 12km Radrunde mit einigen Höhenmeter aufwarten konnte. Im Gegensatz zur Vorwoche orientierte ich mich diesmal nicht an meiner eigenen Pace, sondern versuchte das Lauftempo des Vorwochensiegers Stefan Wrzaczek mitzugehen. Ein Fehler. Nach der ersten von zwei Laufrunden musste ich abreissen lassen, konnte mich aber noch mit ~20s Rückstand als 6. zum Wechsel auf das Rad retten. In der endlos langen Wechselzone verlor ich weitere ~10-15s und im ersten Viertel der Radstrecke weitere ~15s. Ergab rund 45s Rückstand zur Hälfte der Radstrecke bei einer für mich enttäuschenden Wattleistung von nur knapp über 300W. Immerhin hatte ich bis dahin alle anderen Konkurrenten überholt und konnte mich darauf fokussieren den Vorsprung möglichst weit auszubauen. Stefan hatte vorne weg leichtes Spiel, konnte das Tempo etwas dosieren, sich für den Mürzman schonen (den er dann auch gewann!) und locker ins Ziel laufen. Ich holte immerhin noch bis auf 10s (Eingang Wechselzone) bzw. 20s (Ausgang Wechselzone) auf ihn auf, fuhr den schnellsten Bike Split aller Teilnehmer und schaffte mir einen 60s Polster auf den Dritten, Mr. Duathlon Karl Prungraber. In der Reihenfolge kamen wir dann auch ins Ziel. D.h. 2. Platz für mich, wieder mitten unter der Österr. Duathlonelite. 1. Platz M40 sowie Niederösterreichischer Landesmeister 2015 (Ich starte für einen NÖ Verein).

Links:
Homepage der Veranstaltung
Ergebnisliste
Fotos
Video
#1 – 5k Lauf auf Strava
#2 – 24k Rad auf Strava
#3 – 2,5k Lauf auf Strava

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Endlos lange Wechselzone

Burgenland Duathlon Parndorf 2015

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Nach fast 9 monatiger Pause darf ich (endlich) wieder einen Rennbericht verfassen. Diesmal nicht von einem Radrennen sondern einem Duathlon. Über den Winter habe ich heuer absichtlich versucht zum Radfahren ausgleichend auch etwas mehr alternative Sportarten zu betreiben. Volleyball ist sich nicht so oft ausgegangen, Langlaufen – wegen der schlechten Schneelage – fast gar nicht, aber Laufen bin ich doch regelmässig 1-2 Mal pro Woche gegangen. Damit die Motivation dazu größer ist, habe ich mir schon frühzeitig das Ziel gesetzt im April 1-2 Duathlons zu versuchen. Neben der Kombination aus Laufen und Radfahren – zwei Sportarten, die mir eigentlich liegen sollten – hat mich vor allem auch das lange Zeitfahren gereizt, das es bei reinen Radrennen nur sehr selten gibt.

Da die Anzahl der Duathlons überschaubar ist, ist die Wahl sehr schnell auf den Kurzdistanzduathlon (10km Laufen/40km Rad/5km Laufen) in Parndorf gefallen. Dass die Veranstaltung auch zeitgleich Österreichische Meisterschaft Masters ist, habe ich erst 1,5 Wochen davor erfahren. Auch wenn die dafür notwendige Triathlon Lizenz buchstäblich erst um 5 vor 12 gelöst wurde und ich einige Leute (inkl. mir selbst) damit etwas gestresst habe, hat es letztlich die Motivation noch einmal gehoben und sich auch ausgezahlt, denn ich bin Österreichischer Meister Masters (Schnellster von allen Ü40 bzw. Meister in der Kategorie M40-45) geworden!

Zum Rennverlauf gibt es nicht viel zu sagen, ausser dass ich es mir perfekt eingeteilt habe. Beim 10km Lauf (4 Runden je 2,5km) habe ich nicht zu schnell begonnen, dafür das Tempo konstant durchgehalten und mich so im immer langsamer werdenden Feld nach vorne gearbeitet. Dabei im Gegenwindbereich möglichst viel Windschatten gesucht und im Rückenwindbereich etwas mehr angedrückt. 34m:26s auf 10km war der Lohn.

Ähnlich dann die Radstrecke, die letztlich hauptsächlich ein Abrufen der Leistung aus den vielen SST Einheiten im Winter auf der Rolle war. Auf der relativ flachen, aber windigen 20km Runde, die es zwei Mal zu befahren galt, fuhr ich mit 310W (1. Runde) und 320W (2. Runde) einen perfekten „negativen Split“, konnte auf meine Masterskonkurrenten fast 5min herausfahren und auch sonst bis auf den späteren Sieger Stefan Wrzaczek und Georg Swoboda alle Konkurrenten überholen. 55m:40s, 315W (4,8W/kg).

Der abschliessende 5km Lauf war dann (Gott sei Dank) in 18m:30s nur mehr ein Sicherheitslauf um das „Ergebnis ins Ziel zu bringen“, da mir nach vorne fast eine Minute fehlte und nach hinten ein riesiges Loch zu den nächsten klaffte.  Ergibt insgesamt 1h:50m:35s und Platz 3.

Wieder einmal etwas neues ausprobiert und dabei einiges gelernt und erfahren. Wie überall gilt auch hier: Übung macht den Meister. Wollte ich mich weiter verbessern müsste ich schneller wechseln (ca. 15s pro Wechsel verloren) und mehr Laufen trainieren. Hm …

Links:
Homepage der Veranstaltung
Ergebnisliste
10km Lauf auf Strava
40km Rad auf Strava
5km Lauf auf Strava

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Schöckel Classic 2011 (Duathlon)

Keine Ahnung was mich geritten hat an einem Duathlon teilzunehmen. Die Wettervorhersage war grausig (Regen & kalt) und ich war heuer noch kein einziges Mal laufen …

Fazit:

  • Ein 18. Platz mit einer guten Gesamtzeit von 1h 4 min 35s. 7 Minuten hinter dem Sieger und unter meinem anvisierten Ziel von 1h 5min (Ergebnisse online)
  • Ein von der Platzierung nicht zufriedenstellender Radsplit, Zeit ist ok: 15. mit 1 min Rückstand. 345W NP im eigentlichen Anstieg auf den letzten 13 min ist solide und entspricht in etwa dem, was ich derzeit leisten kann. Für die kurze Strecke viele Stürze gesehen, die Großteils unnötig waren und durch Fehlverhalten einzelner Fahrer verursacht wurden.
  • In der Wechselzone – wie erwartet – eine weitere Minute auf die Besten verloren.
  • Beim Laufen (eigentlich Gehen) den Platz vom Radfahren fast gehalten und weitere 5 min auf die Spitze verloren. Schreckliches Kreuzweh, das kurz nach der Wechselzone begonnen hat und sich bis heute (2 Tage danach) hält.
  • Sag niemals nie, aber da ich mich nur mehr übers Laufen verbessern könnte und ich nicht vor habe jede Woche zum Training auf den Schöckl zu laufen, wird mich diese Veranstaltung, obwohl super organisiert und zentral gelegen, wohl nicht wieder sehen.
  • 1,5sek Auftritt in Steiermark heute 🙂