Auf der Rolle 2017/1

Und schon wieder ist ein Jahr um und es geht ans Wintertraining. Wie jeden Winter gibt’s auch heuer wieder zunächst eine Zusammenfassung der abgelaufenen Saison, dann einen Ausblick auf die letzte Saison und schließlich noch einen Blick auf das daran angepasste Wintertrainingsprogramm, das ich wie üblich großteils Indoor auf der Rolle absolvieren werde.

Setup

Daran hat sich im Vergleich zum Vorjahr gar nichts geändert. Ich würde mir zwar gerne anstatt des Wahoo Kickrs einen Rollentrainer wie den Tacx Neo mit präziserer Leistungsmessung kaufen, so dass ich das SRM System meines Rollenrades auf ein Outdoor Rad montieren kann. Aber letztlich wären das nur Kosten ohne großen Nutzen, da das Outdoor Rad im Winter eh kaum verwendet wird und meine jetzige Kombination ja auch ohne Probleme funktioniert.

Rückblick & Ausblick

2016-mmp
Leistungssteigerung von 2010 – 2016 relativ zu 2010 (100%): 2016 lag der Fokus zunächst darauf die 15min Leistung so hoch wie möglich zu steigern (380w). Danach auf der 1h Leistung (Glocknerkönig). Herausgekommen sind dabei neue Bestwerte in fast allen relevanten Leistungsbereichen. 

Eigentlich hätte 2016 ein lockeres Jahr werden sollen. Dann habe ich mir aber die Maximierung der 15min Leistung und das Herumexperimentieren mit dem Höhengenerator als Ziele auserkoren und damit wurde es dann erst wieder viel intensiver als ursprünglich geplant. Schon das Training im Winter war extrem – die 380w auf 15min sind letztlich gefallen – und dann noch einmal im Mai die Vorbereitung auf den Glocknerkönig, bei dem ich meine Auffahrtszeit um 2min auf 55min verbessert habe. Danach war der Ofen aber aus und es ging wie auf einer schiefen Ebene nach unten. Bei der ÖM im Einzelzeitfahren konnte ich mich gerade noch drüber retten und die Silbermedaille einfahren. Der Ötzi wurde zum üblichen Desaster und beim KOTL war ich (fast) nur mehr dort weil das Wetter und die Veranstaltung so schön waren.

Gleichzeitig ist die berufliche Belastung rasant nach oben gestiegen, getrieben auch dadurch dass das Arbeiten deutlich mehr Spass gemacht hat als das Radfahren. Wieviel das dazu beigetragen hat, dass ich dauermüde und nicht mehr leistungsfähig war, kann ich nicht sagen. Jedenfalls gingen die Recovery Zeiten gefühlt ins Unendliche und meine sonst immer vorhandene Lust KOMs zu chasen gegen null.

Damit es doch noch zu einem versöhnlichen Jahresabschluss kommt, habe ich mir noch eines meiner „das muss ich irgendwann einmal machen“ Ziele ausgesucht und im Schnelldurchlauf erledigt: Nach einer Woche Training (mit 90km Laufen) und einer Woche Recovery, bin ich meinen ersten Marathon in 3h:3min gelaufen.

Alles gut? Nicht ganz. Nach 3 Jahren mit hohen Intensitäten und fortlaufenden Leistungsverbesserungen im Bereich über der Schwelle lechzen Körper und Geist nach etwas Abwechslung. Daher soll 2017 wieder im Zeichen von längeren, weniger intensiven Belastungen stehen. Ein paar lange Marathons, ein einwöchiges Etappenrennen, wenn geht auch wieder ein Duathlon, dazu gemäßigtes Training (und weiterhin eine wesentlich höhere berufliche Belastung als in den Jahren zuvor).

Trainingsplan

Den Zielen angepasst sieht dann auch der Trainingsplan etwas anders aus als in den letzten Jahren. Keine Einheiten über der Schwelle. Viel Sweetspot, mit relativ kurzen Einheiten und einiges an Flexibilität in der Zeiteinteilung. Dazu auch noch regelmässige Laufeinheiten, die ebenfalls zusätzliche Flexibilität vor allem in der örtlichen Planung bieten (Laufen kann man praktisch immer und überall. Laufschuhe passen in jeden Reisekoffer). Insgesamt ein reduziertes Volumen mit dem Ziel nicht frühzeitig zu peaken sondern sich damit Zeit zu lassen (Juni/Juli/August).

Das ergibt dann folgenden typischen Wochenplan:

  • Montag: L3/SST – 2x20min@85-95%
  • Dienstag: L3/SST – 2x20min@85-95%
  • Mittwoch: L3/SST – 2x20min@85-95%
  • Donnerstag: L3/SST – 2x20min@85-95% + >6km Laufen
  • Freitag: L3/SST – 2x20min@85-95%
  • Samstag: L2 – 20km Laufen oder L2 – 2h-3h@60-70%
  • Sonntag: L1 oder off oder worauf auch immer ich gerade Lust habe …

Schaut etwas monoton aus, ist es im Detail aber nicht ganz. Erstens gebe ich mir bei den 2x20min Einheiten einen großen Spielraum (von ~270w bis ~310W) und zweitens kann jederzeit eine SST Einheit durch einen (auch kurzen) Lauf, Langlaufen oder eine Zwift „Ausfahrt“ ersetzt werden. Es müssen lediglich mind. 3 SST Einheiten/Woche übrig bleiben, eine davon mit einem Lauf direkt im Anschluß. Hinzu kommt, dass die 2x20min auf der Rolle recht zeitweilig sind. Bis ich alle meine E-Mails, Foren und News am iPad durchgelesen habe ist schon die halbe Zeit um. Kommt eine etwas tiefergehende Recherche zu einem Thema dazu, ist die Stunde schneller um als man denkt. Und denken geht bis 95% FTP sehr gut. 😉

Los geht’s ab 7.11.. Wie immer kommen alle Einheiten auch auf Strava. Zusammenfassung gibt es dann im zweiten Teil, der spätestens im März erscheinen wird. Vielleicht auch früher. Wer weiß fällt mir dann doch wieder etwas ganz anderes ein …

Links zu den bisherigen „Auf der Rolle“ Beiträgen zum Wintertraining der letzten Jahre sind in der Linksammlung.

41 comments

  1. Thomas Plep

    Hallo Jürgen,

    wieder ein super Beitrag und danke fürs „Gedankenteilen“. Bei mir wird es diesen Winter ähnlich aussehen. Schwerpunkt SST. Allerdings aus anderen Beweggründen bzw. komme ich aus der anderen Richtung. Hab bisher immer im Sinne der Periodisierung stark rausgenommen und bin Schwerpunkt L2 (fast ausschließlich und nur mit paar L6/7 Spitzen gewürzt) gefahren. Allerdings stehe ich damit im Frühjahr immer mit einer um 20% reduzieren FTP da. Die SST Einheiten sollen dem ein wenig entgegenwirken, sozusagen FTP-erhaltende Maßnahme.

    Bin gespannt wie es uns beiden damit ergeht. 🙂

    Viel Spaß und Erfolg weiterhin!

    Beste Grüße vom Bodensee

    Thomas

  2. Heiner

    Hallo Jürgen,
    du machst relativ viel SST-Training. Heisst das, dass du von polarized training (S. Seiler) nicht so viel hältst bzw. ist das aus deiner Sicht überflüssig? Was für Erfahrungen hast du damit gemacht?
    Viele Grüße,
    Heiner

    • Jürgen Pansy

      Doch, Polarized funktioniert sicher super und ich habe mich auch immer weiter dahingehend vorgearbeitet. Allerdings braucht man richtig viel Zeit, wenn man es optimal machen will. Die habe ich zum einen nicht und zum anderen interessiert es mich auch gar nicht – v.a. im Winter – viele Stunden mit niedriger Intensität abzuspulen. Profis fahren auf Trainingslager oder leben überhaupt gleich irgendwo, wo es dauerhaft angenehm warm ist. Als Hobbyfahrer mit Beruf und Familie bleibt einem dann nur die Flucht in die Intensität und da ist alles im Bereich von 85-95% FTP eine gute Wahl weil nicht übermäßig anstrengend und trotz kurzer Dauer ein relativ hoher Trainingsreiz.

      • Heiner

        Danke für die schnelle Antwort! Bei mir ging es letzten Sommer leder in die falsche Richtung mit dem Training, vor allem da ich meine CTL hochtreiben wollte und daher wahrscheinlich zu viele „mittelmäßige“ Trainingseinheiten hatte. Daher mein Plan für den Winter und nächstes Jahr: weniger Augenmerk auf die CTL und mehr L4-Einheiten mit hoher Qualität, zusätzlich nüchterne L1 Einheiten. Bin mal gespannt wie sich das ausgeht.
        Ich finde deinen Trainingsblog übrigens sehr inspirierend.
        Viele Grüße,
        Heiner

        • jpansy

          Beim Wintertraining achte ich schon seit längerem nicht mehr auf die CTL. Will man die nach oben treiben, dann braucht man hauptsächlich Zeit. Zeit für lange Trainingseinheiten und viel Zeit zum Regenerieren.

          Siehe meine Auf der Rolle Postings aus den letzten Jahren. Mit 2 sehr fokussierten, hochintensiven Einheiten und dem Rest relativ locker, kann man sich schon richtig steigern. Meiner Erfahrung nach sollten die intensiven Einheiten dann möglichst weit über L4, Richtung L5 sein.

      • Alex

        Heißt das, du hälst es für sinnvoller, eine vergleichsweise geringe Trainingszeit von z.B. 5 h/Woche mit hauptsächlich L3/SST, anstatt ein oder zwei intensive Einheiten mit 3×8′ oder 4×4′ L5 (das geht bequem in 1 h, inkl. Aufwärmen und Pausen) und dem Rest der Woche L2 mit einem Tag Ruhe zu verbringen? Nach meinem bisherigen Kenntnisstand wäre letztes auch polarisiert. Deinen Beitrag verstehe ich aber so, dass es ohne richtig lange Grundlageneinheiten nicht so viel bringt.

        • Jürgen Pansy

          Je mehr Zeit man hat, desto mehr L2. Wäre ich ein Profi, dann würde ich 2 intensive Einheiten pro Woche fahren und ganz viel L2. Bin ich aber nicht und je geringer das Zeitbudget, umso kürzer werden auch die L2 Einheiten und umso weniger sinnvoll sind sie. 90min ist dabei die unterste Grenze. Darunter bringt’s nichts. Umgekehrt kannst du bei <8h/Woche praktisch schon die ganze Zeit Vollgas durchfahren. Da viel Zeit mit L2 zu vergeuden setzt sicher nicht die optimalen Trainingsreize. Außer man ist ein Weekendwarrior. Dann fährst du am Wochenende eine 4h Einheit und während der Woche 3x intensiv(er). Bin ich nicht und mein Zeitbudget ist allgemein ziemlich limitiert, daher eher kurze Einheiten.

          Dazu kommt, dass ich heuer erstmals kein konkretes Ziel habe um mich in irgendeinem Bereich (auf ein neues Allzeithoch) zu verbessern. Ich will über den Winter einfach nur möglichst viel Status Quo beibehalten ohne mich dabei abzuschießen, daher wesentlich moderater trainieren als ich das bisher je gemacht habe. Nichts über der Schwelle und Fokus auf SST. Hätte ich z.B. so wie letztes Jahr, das Ziel mich auf 15min zu verbessern, dann würde ich anders trainieren - nämlich nach dem Plan vom Vorjahr 😉

  3. Christian

    Hi Jürgen,

    ist zwar OT, aber die Frage drängt sich bei mir auf: Wie befestigst du das iPad um dabei noch „vernünftig“ arbeiten (also hauptsächlich lesen) zu können,? Ich habe noch keine vernünftige Lösung gefunden, bin also für jede Idee dankbar 🙂

    Christian.

  4. kapi

    Ich habe meinen 3 Jahre alten Kickr verkauft, 200 EUR draufgelegt und einen neuwertigen NEO (mit 1,5 Jahren Restgarantie) gekauft. Kann ich nur empfehlen (obwohl ich emotional noch immer am Kickr hänge).
    P.S. Hab mir einen NUKI bestellt damit dir das Aufrüsten leichter fällt 😉

  5. Coffee & Chainrings (@Coffeechains)

    Hallo Jürgen,
    das ist ein harter Toback. Das kurze Training auf der Rolle verläuft dann doch ziemlich konträr zu Friels Wintertraining. Und damit gehst du trotzdem in ein Etappenrennenjahr?

    Ist Kraft Training im Studio nicht aufgeführt oder machst du das gar nicht? Nach den 2×20′ wäre ich selbst abends nicht in der Lage noch ordentlich Kraft zu machen, sowieso nichts wenn tagsdarauf eine weitere 2×20′ Einheit ansteht.

    • Jürgen Pansy

      Ja. Habe ich immer so gemacht. Im Winter wenn es draussen kalt ist viele Stunden Grundlage runterollen bringt es nicht. Das Etappenrennen kommt ja auch nicht im März und bis zum Sommer ist da noch genug Zeit für lange Einheiten.

      Kraftraining ist meine Achillesferse. Ich mags nicht und mach es nicht, obwohl ich weiß dass z.B. Stabilisierungsübungen für den Rumpf gesund wären. Ob einen Krafttraining schneller macht ist umstritten. Gibt eigentlich keine Belege dafür. Im Sinne der Verletzungsvorbeugung wäre es aber in jedem Fall sinnvoll.

    • ksachen

      Friel ist halt ziemlich klassische Peroidisierung. „Trend“ geht auf jedenfall Richtung intensive Geschichten durch Studien zu HIT und polarizertes Training. Zumal sie eh leichter umsetzbar sind als der klassische Ansatz

      In diesem Post befasst sich Friel auch mit einer Studien zu allen Formen (high volume, sst, hit und poli).
      http://www.joefrielsblog.com/2014/10/polarized-training-update.html

      Mein Ansatz ist sich am reich gedeckten Buffet an möglichen Trainingseinheiten zu Bedienen, je nach Lust, Zeit und Wetterlage.

  6. Klemens

    Hallo Jürgen, gibt es für dich einen Unterschied zwischen Watt auf der Rolle und Watt im Freien? Und Zwischen Tacx Bushido (glaube, den hattest du früher) und Kickr? Also, wo sind sie subjektiv oder nach Puls härter? Für mich fühlen sich die Watt am Bushido nämlich viel härter an als draußen (beides mit dem gleiche Powermeter)

    • Jürgen Pansy

      Früher gab es einen, seit ich den kickr habe nicht mehr. Vermutlich wegen der größeren Schwungmasse.
      Ausserdem dauert die Anpassung etwas. Jetzt am Winteranfang ist es deutlich weniger als draussen, ab Dezember dann ungefähr gleich viel und im März bin ich oft indoor besser als outdoor.

      Ich steuere die Einheiten eigentlich eh nach RPE. D.h. fühlen sich indoor und outdoor in etwa gleich an, allerdings kommen unterschiedliche Wattzahlen raus dabei.

    • Jürgen Pansy

      Der tägliche Ablauf ist immer ziemlich gleich:
      Frühstücken
      Kinder zur Schule schicken
      1h Training:
      – 10min Aufwärmen@50%->75% FTP steigern
      – 20min@85%-95%
      – 5min@60%
      – 20min@85%-95%
      – 5min Ausrollen@70%
      Sich selbst gratulieren
      Recovery Drink
      Duschen
      Zufrieden&ausgeglichen Arbeiten gehen 😉

      • Boris

        „Sich selbst gratulieren“ Ganz wichtig. Wird oft beim ganzen Eifer vergessen. „Zufrieden&ausgeglichen…“ ist auch mehr als Gold wert.

        #thumbsup

  7. Peter Weisse

    Hallo Jürgen,
    interessant zu lesen, dass Du mit dem Gedanken gespielt hast Dir den Tacx Neo zu kaufen. Ich hatte ihn mir gkauft, um endlich mit einem „realistischen“ Fahrgefühl zwiften zu können. Das Fahrgefühl, das ja durch ein „virtuelles“ Schwungrad miterzeugt wird, fand ich aber überhaupt nicht überzeugend. Auch hat mich das viele Plasik bei der Verarbeitung genervt. Kurz, ich habe den Neo gegen den neuen Kickr umgetauscht und bin jetzt richtig zufrieden. Nach 10 Minuten Einlaufzeit sind die Werte ziemlich genau.

    • Jürgen Pansy

      Interessant. Habe bisher nur Gutes über den Tacx Neo gehört. Probegefahren bin ich ihn selbst noch nicht. Die Schwungmasse war beim kickr schon ein echter Gamechanger, die Temperaturdrift allerdings ein Shopstopper (den man aber mit Leistungsmesserkopplung aushebeln kann).

    • kapi

      Ich bin vom Kickr auf den NEO umgestiegen und kann das nur teilweise bestätigen. Das Fahrgefühl finde ich fast ident wie auf dem Kickr, was mich ziemlich überrascht hat, da die beiden technisch einen völlig unterschiedlichen Ansatz verfolgen. Das Thema Plastik/Verarbeitung sehe ich genau so.

  8. matthias

    hallo jürgen, entschuldige falls ich es überlesen habe,aber wie legst du deine wertre für die jeweilige leistung auf der rolle fest? also nach welchem test?

    soweit ich weis ist cp „indoor und „outdoor“ nicht dieselbe.“ ich kann jedenfalls meine outdoor leistung nicht sehr lange auf der rolle fahren!

    viele grüße matthias

  9. Peter

    Hallo Jürgen,
    ich find es nicht mehr aber irgendwo hast du etwas geschrieben zum Unterschied Leistung auf der Rolle vs Leistung im Freien im Zuge eines FTP Tests. Dabei hast du – glaub ich – gesagt, daß du gegen Ende der Indoor Saison höhere Werte auf der Rolle trittst. Die andere Richtung ist ja halbwegs einleuchtend (sh auch Ausführungen von Hunter Allen). Hast du eine Erklärung dafür?
    Gruß
    P.

    • Jürgen Pansy

      Zum einen Anpassung (an das Material, Sitzposition, Überhitzung – die man auch trotz Ventilator hat, etc.)
      Zum andere bin ich mit Ende der Rollensaison meist in Höchstform. Das fokussierte, nicht übermäßig lange Training wirkt bei mir sehr gut – zumindest auf kurze Distanzen.

      Im Sommer schaffe ich es nicht so gezielt zu trainieren wie drinnen und dadurch bin ich die meiste Zeit vermutlich nicht auf so einem hohen Niveau wie ich es zum Ende vom Winter bin. Das gilt allerdings alles eher für kurze Distanzen/Zeiten. Über 1h ist es schon sehr schwer Indoor besser zu sein als Outdoor (Motivation, Kühlung).

  10. Stefan Requat

    Hallo Jürgen!

    Danke für Deinen genialen Blog!

    Ich gehe allerdings schon altersbedingt von einem wesentlich niedrigeren Leistungsniveau aus habe aber, auch nach der Lektüre von Joe Friem´s „Fit ab Fuffzich“ beschlossen Dein Trainingssystem durchzuziehen – d.h. min 3 SST Einheiten pro Woche am Hamsterrad!

    Ich bin bei den Leistungswerten eh bescheiden – wenn ich 10% Leistunssteigerung hinkrieg freu ich mich schon.

    Wie siehst du die Auswertungskennzahlen von Strava:

    Suffer score
    Trainingsbelastung
    Intensität

    Wenn ich die SST´S langsam steigere bis ich mich an deine Scores dieser Werte (unabhängig der absoluten Watt Werte) herangetastet habe müsste das Training relativ gleich wirksam – belastend sein – darauf spekulier ich zumindest und hoffe dann von Deiner Trainingserfahrung zu profitieren.

    Was hältst du davon die SST´s noch zusätzlich geringfügig zu periodisieren (zb 200W 210W, 210-220W usw oder glaubst du das das eher gleich bleiben sollte?

    ich habe meine Bushido Smart mit der Stages Kurbel nachgemessen – der angezeigte Unterschied ist max 10 Watt (bei zb 250W Leistung) zu Gunsten der Bushido Trommel – die ist immer ein bisserl zu streng aber das ist aus meiner Sicht durchaus verschmerzbar. Ich werde mir trotzdem bald einmal den neuen Tacx Flux kaufen – 7 kg echte Schwungmasse ohne Getriebe klingen einfach zu gut.

    Eine Steuerung der Watt Werte über die Stages Kurbel kann man allerdings völlig vergessen – eine viel zu große Systemlatenz macht das schlicht unfahrbar – unter VirtualTraining werden die Straßen regelrecht holprig!

    Beste Grüße Stefan.

    • Jürgen Pansy

      Ich periodisiere die SSTs auch etwas und habe mir dafür bewusst ein relativ großes Variabilitätsband gelassen. Je nach Tagesverfassung und Lust&Laune. Siehst du, wenn du dir meine letzten Einheiten auf Strava ansiehst.

      Der Sufferscore sollte eigentlich sehr ähnlich sein, weil relativ zur maximalen Herzfrequenz. Auch die Trainingsbelastung sollte gleich sein, weil relativ zur FTP. Das gleiche gilt für die Intensität. Ist also ziemlich egal welchen der Werte du dir anschaust, die sollten für die gleiche Einheit unabhängig von den absoluten Watt immer ziemlich gleich sein, sofern die relative Anstrengung gleich ist.

      Steuerung der Wattwerte über die Leistungskurbel geht nur, wenn der dahinterliegende Algorithmus sauber implementiert ist. Der in den Bushido eingebaute ist es nicht. Du kannst allerdings PerfPro oder trainerroad verwenden. Die können auch den Bushido steuern und haben einen sauberen Algorithmus (wobei ich nur den von PerfPro persönlich kenne).

      • Stefan Requat

        Danke!

        Durchaus spannend finde ich wie sensibel das System Körper hier reagiert:
        schon nur 10 bis 20 Watt mehr bewirken eine wesentlich stärkere Belastung – gefühlt und nach den Strava Scores.

        Für mich stellt sich da die Frage – wie hart geht man es an um das optimale Ergebnis zu erzielen.

        Ebenso muss ich – leider dem fortgeschrittenem Alter geschuldet analog Friel entsprechend längere Regenerationszeiten berücksichtigen.

        Hast Du Dir das je mit der Herzfrequenzvariabilität (RR) angesehen? – das gibt zumindest bei mir durchaus einen brauchbaren Erholungsstatus – quasi im Leerlauf vor der Einheit.

        • Jürgen Pansy

          Man braucht sich nur einmal die MMP Kurve mit einer linearen (und nicht wie sonst üblich logarithmischen) Zeitachse ausgeben lassen, dann sieht man warum ein paar Watt auf oder ab im Bereich rund um die Schwelle einen großen Unterschied machen.

          Nein, mit HRR habe ich mich noch nicht beschäftigt.

  11. Bernhard

    Hallo Jürgen,

    Im Strava PMC Chart wird Laufen mE nicht berücksichtigt, was demnach ja nur ein Teil des Ganzen ist.

    Wie hältst Du es damit bzw. kennst Du eine Möglichkeit für eine konsolodierte Betrachtung aller Aktivitäten?

    Danke, lg Bernhard

    • Jürgen Pansy

      Ja, leider. Das Strava PMC Chart ist nicht mehr als eine Minimalversion (keine FTP Historie, keine Rechte auf TSS&co. daher irgendwelche eigenen Algorithmen, kein Laufen&Schwimmen, keine manuelle TSS Eingabe/Korrektur). Solange man hauptsächlich Rad fährt ist es trotzdem praktisch, weil in jedem Browser verfügbar, schnell und mit praktischer Vorschaufunktion.

      Ich lade parallel alle Trainings auch in WKO3 (das 4er ist mir zu mühsam, weil langsam und die UI alles andere als intuitiv) und habe dort mein „echtes“ PMC Chart. Trainingpeaks (online) und GoldenCheetah sind andere Alternativen, die das auch schaffen sollten.

  12. Hartmut

    Hallo Jürgen, habe mir soeben auch mal die PerfPro Software heruntergeladen: Fährst Du hier bestimmte Workouts oder benutzt Du die Software lediglich zum Aufzeichnen parallel / in Ergänzung zu Garmin, Strava etc.? VG Hartmut

    • Jürgen Pansy

      Ich verwende die Software ausschließlich zum Steuern des kickr. Habe dafür ein paar eigene Workouts erstellt, die bis auf den MAP Test alle %FTP basiert sind.

      Zum Aufzeichnen verwende ich den Edge1000. Zum einen weil es stabiler ist als jeder PC (v.a. wenn der Windows PC mitten drinnen meint, dass er ohne Reboot und Software Update nicht mehr kann …) und weil ich oft nach einem Workout noch weiter fahre oder z.B. ein anderes starte wenn ich beim Aufwärmen merke, dass ich an dem Tag nicht bereit bin für Intervalle. PerfPro kann leider keine Aufzeichnung über eine ganze „Session“ machen sondern nur einzelne Workouts aufzeichnen.

  13. mappet2011Peter

    Hallo Jürgen,

    habe einen Bushido smart, vector garmin mit Trainerroad gekoppelt. Meine Erwartung wäre, daß Trainerroad über ANT+ die Leistung vom vector einliest und via ANT+ den bushido regelt. Damit müßte doch der Widerstand steigen wenn ich zu schwach trete bzw. kleiner werden wenn ich zu stark trete? Oder hab ich da was falsch verstanden? Aktuell kann ich nur via Beinkraft regeln obwohl bei einem Intervall der Widerstand deutlich ansteigt? Ist das so grob?
    Gruß
    Peter

    • Jürgen Pansy

      Trainerroad habe ich noch nicht verwendet, aber das Problem das du beschreibst hat man bei den Programmen, die über eine „powermeter controls trainer“ Funktion verfügen (PerfPro, Zwift) dann, wenn man zwar den Powermeter mit dem Programm verbunden hat, nicht aber den Trainer selbst.

      Wenn alles korrekt eingestellt ist und man ein ERG Workout mit z.B. 200W fährt, dann ist der gewählte Gang und die Kadenz egal. Das System regelt immer auf 200W.

  14. mappet2011

    richtig, das genau war mein erster Fehler. Bemerkt habe ich es beim ersten Intervall, Widerstand blieb gleich. Dann habe ich es aber geändert wie du beschreibst, damit erhöht sich der Widerstand Intervall aber von einem „Regeln“ im regeltechnischen Sinn kann hier keine Rede sein? Wie fühlt sich das bei dir an, du kannst machen was du willst, dein LM zeigt immer 200W!?

    Andererseits habe ich mir dann überlegt wie ein FTP Test erfolgen soll? Dann müßte ich die Leistung ja im vorhinein wissen …?

    • Jürgen Pansy

      Ja, mit einer gewissen Verzögerung kommen immer 200W raus. Bei höherer Kadenz wirds „leichter“ bei niedriger Kadenz „härter“, aber es sind am Ende immer 200W.

      Einen Stufenleistungstest fährt man mit fixen Wattvorgaben, nicht mit % FTP. Einen 20min Test, der ja all-out sein sollte, fährt man gar nicht mit einer fixen Wattvorgabe, sondern frei.

      • mappet2011

        ja eben, sorry, ich war unpräzise in meiner Frage: TR stellt ja auch 20′ oder 8′ Tests als workout zur Verfügung. Dann wird der Test wohl anders gehandhabt … sonst wird es schwierig mit ALL-OUT 🙂

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