Wahoo Kickr – Calibration kit

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Nachdem mein Kickr über den Sommer offensichtlich ordentlich aus dem Ruder gelaufen ist – die Vector Pedale lieferten beständig wesentlich höhere Werte als üblich – habe ich mir von Martin Ganglberger (bikeboard) das Kickr Calibration Kit ausgeborgt und damit meinen Kickr neu kalibriert. Davor und danach bin ich jeweils einen Stufenleistungstest gefahren.

Anwendung

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Die Kalibrierung ist in 5 Minuten erledigt. Man lädt sich die dazugehörige App herunter und geht anhand der Instruktionen in der App die Prozedur durch. Wer will kann sich auch das Instruktionsvideo von Wahoo ansehen.

Dabei wird zunächst der Offset des Kickr ohne Last bestimmt, danach mit Gewicht sowie nur mit dem Haltearm. Aus diesen 3 Datenpunkten wird dann ein neuer Offset sowie eine neue Slope (Steigung) errechnet und in den internen Speicher des Kickr geschrieben. Zum Abschluss muss man noch einen Spin-Down Kalibrierung machen, die man aber auch überspringen kann.

Ergebnisse

Zunächst fuhr ich eine normale Grundlageneinheit mit einer Spin-Down Kalibrierung nach 20 Minuten. In den darauffolgenden 5 Minuten zeigten die Vector Pedale lediglich um 3W weniger an als der Kickr an Leistung vorgab (218W vs. 221W). Vor der Kalibrierung haben die Vector Pedale um über 10W mehr angezeigt. So weit so gut.

Als nächstes folgte ein Stufentest:

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Grün sind die vom Vector gemessenen Werte aus dem letzten Winter, rot die Werte vor der Kalibrierung, grün die Werte nach der Kalibrierung und violett die Wattvorgabe des Kickr. Der obere Graph zeigt die Absolutwerte beim Stufentest, beginnend bei 150W mit 25W Steigerung alle 60s bis 450W. Der untere nur die Differenz zum Kickr.

Offensichtlich wurde der Offset-Wert und auch die Slope durch die Kalibrierung sehr gut korrigiert. Die blaue Kurve zeigt weniger Abweichung als die grüne und auch als die rote, wobei klar ersichtlich ist, dass meinem Kickr über den Sommer etwas zugestossen ist. Was auch immer der Auslöser war, die Kalibrierung hat eindeutig nicht mehr gestimmt. Daraus schliesse ich, dass es wohl Sinn macht den Kickr regelmässig (zumindest 1x pro Jahr, am besten vor Beginn der Rollensaison) neu zu kalibrieren. Unverändert ist durch die Kalibrierung die Temperaturdrift, über die ich im letzten Bericht schon geschrieben habe.

Verfügbarkeit

Das ist das Problem. Ich konnte (online) keinen Händler ausfindig machen, der das Calibration Kit anbietet. Selbst in den USA ist es derzeit nicht verfügbar. Listenpreis ist 99$. Wahoo bietet aber mittlerweile ein Leihprogramm an, bei dem man sich gegen eine Kaution von 100$ das Kit schicken lassen kann und es nach erfolgter Kalibrierung wieder an Wahoo retour schicken muss. Ob das Leihprogramm auch in Europa verfügbar ist, weiss ich nicht.

Anmerkung zum Stufentest: Der Test wurde mit ovalen Rotor Q-Rings mit von 90 auf 100 steigender Kadenz durchgeführt. Kann sein, dass dies bzw. ein ev. daraus resultierender Messfehler der Vector Pedale für einen Teil der Differenzen im höheren Wattbereich verantwortlich ist.

4 comments

  1. Urs

    Bei mir ist die Differenz zwischen Stages und Kicker leider sogar noch deutlich groesser. Waehrend Stages 300 Watt misst, ermittelt der Kickr 340. Natuerlich wurde der Stages vor dem Test calibriert, und auch ein Spin-down auf dem Kickr durchgefuehrt.
    Bleibt mir wohl nichts anderes uebrig als auf die Verfuegbarkeit des Calibration Kits zu warten.

    Dir schon mal vielen Dank fuer den informativen Blog, gibt zu dem Thema sonst leider nicht viel zu finden.

  2. Volker

    Hallo, Jürgen, erst mal danke für Deine stets äußerst informativen Berichte, ich habe da für mich über die Jahre schon viel Nützliches rausziehen können. Eine Frage habe ich aktuelle noch zu dem Kickr: Seit heute habe ich auch ein solches Exemplar – und frage mich, ob ich bedenkenlos meinen Carbonrenner einspannen kann. Denn in Fachzeitschriften wird ja immer mal wieder gewarnt, dass Carbonrahmen im Rollentrainer Schaden nehmen könnten. Wie sind Deine Erfahrungen?

    • Jürgen Pansy

      Solange man keine Sprints macht bzw. im Wiegetritt unterwegs ist, hätte ich keine Bedenken. Im Tour Magazin schreiben’s auch immer „kein Problem“.

      Was ich eher als kritisch ansehe ist der Schweiss. Das salzige Zeugs kriecht mit der Zeit in alle Fugen v.a. rund um Tretlager&Umwerfer und ist kaum mehr herauszubekommen. Das ist für mich der Hauptgrund warum ich auf der Rolle ein möglichst günstiges Rad mit günstiger Schaltung (die man eh nicht benötigt) verwende.

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