Stadtschlaining Radmarathon 2012

Im Ziel: Flasche leer (im wahrsten Sinne des Wortes nach 4h bei >30 Grad)

Nach der fast zweimonatigen Verletzungspause mein erstes Rennen. Ziel: Form überprüfen. Das ist so weit ganz gut geglückt, wenn ich auch mit der bergauf Performance noch nicht wirklich glücklich bin. Habe mich nach dem ersten Berg mit 6 Mann in einer Spitzengruppe wiedergefunden, von der zumindest Karl-Heinz Gollinger und Josef Fuchs zwei alte Bekannte von den Amateurrennen sind. Deutlich am stärksten war schon am ersten Berg Stefan Pöll, der spätere Sieger und Elite Fahrer im Radteam Tirol. Damit war die Taktik für die restlichen 130km auch klar: Im belgischen Kreisel Gas geben und dafür sorgen, dass von hinten keiner mehr zu uns hinfährt und im Schlussanstieg von Altschlaining nach Stadtschlaining die Plätze aussprinten.

So kam es dann auch. Eine 15 Mann Verfolgergruppe verlor immer mehr an Boden. Wir fuhren ohne Pause in einem Zug durch, über jeden Hügel und den Geschriebenstein in ordentlichen Tempo drüber (Autsch!). Kurz vor dem Schlussanstieg setzte Karl-Heinz Gollinger eine erfolgreiche Attacke, die ihn und Stefan Pöll ein paar Meter Vorsprung verschafften. Ich fuhr den Berg in meinem Tempo hoch, gefolgt von Josef Fuchs, der mich im Finale noch übersprintete. Ergibt den 4. Platz Gesamt bzw. den 1. Platz in meiner Altersklasse. So weit so gut. Mission erfüllt. Ich kann scheinbar auch nach der Pause noch Radfahren und freue mich schon auf die restlichen Veranstaltungen in diesem Jahr.

Leistungsdaten im Überblick (Power2Max):

 

 

 

Siegerehrung

Links:

Ergebnisliste
Homepage
Fotos auf Radmarathon.at
Fotos auf Radmarathon.at (2)

Aus dem Krankenhaus

So schnell kann es gehen. Letzte Woche noch frohen Mutes in Diex in meine Serie von A Bewerben (= Saison Highlights: Diex&Glocknerkönig, Langenlois, Tour Transalp) gestartet, schaut heute alles anders aus: Operation am Daumen links (Bänderriss), Asphaltausschlag von oben bis unten rechts, Rahmenbruch an meinem 2012er Renner.

Was war geschehen? Beim ersten, flachen Strassenrennen bei den Langenloiser Rennradtagen hat nach ca. der Hälfte der Distanz ein Fahrer vor mir einen (aus meiner Sicht vollkommen unmotivierten) Schlenker nach links gemacht und mich dabei abgeräumt. Ich bin mit 40km/h über den Lenker auf den Asphalt und dabei mit der linken Hand am Lenker hängen geblieben. Mein Rad lag im Graben, Lenker und Schaltgriffe waren verbogen, Kette herunten. Bis alles gerichtet und ich wieder am Rad saß, waren 2 Minuten vergangen. Ich versuchte dann zwar noch das Feld einzuholen (20min mit 40km/h Schnitt) und schaffte es auch bis auf ca. 30s heranzukommen, dann war’s aber mit den Kräften vorbei und das Feld zog davon. Letztlich kam ich mit 6min Rückstand nach einer 47km Solofahrt ins Ziel.

Am Samstag habe ich mich noch am Bergrennen versucht (20. Platz), aber der Schmerz im Daumen wurde immer grösser und aus Selbstschutz habe ich mich statt auf den Zeitfahrer in den Zug nach Graz gesetzt. Am Sonntag dann die Diagnose: Bänderriss, OP und 6 Wochen Pause. D.h. keine Transalp 2012 für mich.

Bleibt als kleiner Wermutstropfen nur, dass ich bei einem Ausreissversuch am Freitag mein Mean-Max Sheet im Bereich von 5s – 1min frisch „ausgebeult“ habe und mich somit heuer im VO2Max bzw. anaeroben Bereich (5s – 8min) gegenüber meinen bisherigen Leistungen eindeutig gesteigert habe.

Da war die Welt noch in Ordnung: Teamfotoshooting am Tag vor dem Sturz (Foto Karl Neuhold)

ÖM Berg & Glocknerkönig 2012

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen der Berge. Am Samstag ging es im Kärntner Diex um den Österr. Meistertitel der Amateure am Berg und am Sonntag beim Glocknerkönig für mich um einen persönlichen davor & danach Vergleich, da der Glocknerkönig das einzige Rennen ist, das ich gefahren bin bevor ich Radfahren regelmässig zu trainieren begonnen habe.

ÖM-Berg Diex

Anders als voriges Wochenende beim Kärntner Radmarathon, ging ich diesmal nach einer Ruhewoche frisch ausgeruht an den Start. Erwartet habe ich mir nichts, ausser gute Leistungswerte abzuliefern  und meinem Teampartner Daniel Wabnegg vielleicht etwas helfen zu können um seinen 3. Platz vom Vorjahr zu verteidigen. Dass das schwer werden würde, war bei dem Teilnehmerfeld aber schon am Start klar: Georg Bohunovsky, Andy Traxl und Hans Peter Obwaller waren die klaren Favoriten für die Podiumsplätze.

Nach dem Start und den ersten flachen 10km setzten sich dann auch gleich diese 3 Fahrer inkl. Armin Neurauter kurz nach der Einfahrt in den eigentlichen, ca. 9km langen Anstieg ab. Daniel & ich schafften es in eine 2. Gruppe mit 5 Personen, die nach ca. 2,5km in einer etwas flacheren Passage knappe 200m hinter dem Führungsquartett lagen. Gemeinsam mit Daniel versuchte ich das Loch zu schliessen, was aber nicht ganz gelang. Immerhin konnte sich Daniel am Ende des Flachstückes von unserer Gruppe lösen, während ich total ausgepumpt war und versuchte mich wieder zu fangen. Das gelang auf den folgenden Kilometern immer besser – Daniel schaffte es nicht ganz nach vorne, war aber auch weit genug vor uns – so dass ich auf den letzten steilen 300 Metern noch einmal einen Angriff wagen konnte. Damit distanzierte ich zwar 2 Mitstreiter aus der Gruppe, aber an Mario Buczolits kam ich nicht vorbei und wurde 7. (Ergebnisliste). Daniel wurde 5., den Sieg holte sich Georg Bohunovsky vor Andy Traxl und Hans Peter Obwaller.

Interessant danach die Auswertung der Leistungsdaten: Insgesamt bin ich den Berg in 26:30min mit 337W Schnitt bzw. 350W Normalized Power hochgefahren. Die ersten 5 min waren mit 412W Schnitt, die letzten 2:30min mit 404W. Damit habe ich (ungewollt) eines meiner Saisonziele erreicht und (erstmals) 5 min lang über 400W gehalten!

Glocknerkönig 2012

Erst zu später Stunde kamen wir direkt von Diex in Bruck an der Glocknerstrasse an. Bis Startnummern geholt, etwas gegessen und ein finaler Schlafplatz für’s Wohnmobil gefunden war, war es schon nach 23 Uhr. Blieben knappe 5h Schlaf zur Erholung bevor der nächste Tag begann. Das war wenig, etwas zu wenig, wie sich beim Rennen nach einer problemlosen 15km langen, flachen Anfahrt gleich beim ersten Anstieg Richtung Mautstation Ferleiten herausstellte. Ich brachte nicht die Wattzahlen vom Vortag auf die Pedale, konnte eine grössere Gruppe nicht halten und fuhr quasi im Alleingang durch die Mautstation und auch die ersten Meter in den Berg hinein. Von hinten kamen einige Fahrer nach vorne, bei denen ich mich dann einhängen konnte und letztlich ein passendes Tempo fand. Das Tempo wurde gefühlt aber immer geringer und in einigen Sektionen mit starkem Gegenwind im Windschatten schon fast zu gering. Dabei habe ich mich allerdings etwas erholt, bin auf den letzten Kilometern nach vorne gefahren und  habe wieder mein eigenes Tempo durchgezogen. Sobald der Gegenwind vorbei und somit auch mein Windschatten weg war, lies hinter mir auch die Gruppe abreissen.

Oben im Ziel war ich als 41. nach 1:29:29 min. Ich hatte mir etwas mehr erwartet, aber mit dem Gegenwind (der insgesamt das Rennen um ca. 2 min langsamer gemacht hat) und den etwas müden Beinen vom Vortag, war scheinbar nicht mehr drinnen.

Und der Vergleich zu meinen „Vortraingingszeiten“? 2006 bin ich auf verkürzter Strecke 1:49:05 gefahren und 2007 über die ganze Strecke 1:50:12. Also heuer ziemlich genau um 20 min bzw. – bezogen auf den reinen Anstieg – ~30% schneller. Das heißt, dass ich durch das Training meine Schwellenleistung um max. 25% verbessert habe (Bei 5% geschätzter Ersparnis durch leichteres Material und geringeres Körpergewicht).

Apropos Schwellenleistung. Da man am Grossglockner rund 1h mit maximalem Tempo fährt, wäre er eigentlich auch ideal für einen FTP Test geeignet. „Wäre“ deshalb, weil durch den permanenten Anstieg die Luft immer dünner und somit die Leistungsfähigkeit immer geringer wird. Es ist daher auch ganz normal, dass man oben im Anstieg nicht mehr die gleichen Leistungswerte fahren kann wie unten, auch bei idealer, also gleichmässiger Krafteinteilung.

Die Abnahme der Leistungsfähigkeit ist in diversen Studien untersucht und z.b. hier dokumentiert. Ich habe daher die Strecke auf den Glockner geviertelt und die Durchschnittsleistung aus jedem 3,254km langen Segment auf Basis der durchschnittlichen Höhenmeter und dem Korrekturfaktor laut Tabelle auf Meereshöhe angepasst. Damit ergibt sich eine normalisierte Darstellung der erbrachten Leistung, die zeigt, dass ich die Auffahrt eigentlich relativ konstant und daher fast optimal gefahren bin. Im 1. Segment etwas langsamer und dafür im 3. etwas schneller, wäre noch besser gewesen. Das war aufgrund der Rennsituation (Gegenwind), aber anders nicht sinnvoll. Naja und die FTP kann man in der Tabelle jetzt auch ablesen.

Leistungdaten pro Segment (Mautstation Ferleiten – Ziel):

Links:

Ergebnisliste Diex 2012
Ergebnisliste Glocknerkönig 2012
Homepage Glocknerkönig
Fotos Glocknerkönig 2012
Diex auf Strava
Glocknerkönig auf Strava

Kärnten Radmarathon 2012

Nachdem es mir voriges Jahr ausserordentlich gut gefallen und auch sehr gut gegangen ist, bin ich heuer wieder zum Kärnten Radmarathon nach Bad Kleinkirchheim gepilgert. Tagwache wieder um 4:45h, das Wetter wieder traumhaft.

Nicht so traumhaft allerdings der Zustand meiner Beine, da der Marathon als Abschluss eines intensiven 10 tägigen Trainingsblocks herhalten musste. Am Tag davor fuhr ich ein Amateurrennen in Trieben (2h, NP 286W, 44,4km/h Schnitt) mit vielen Antritten über der Schwelle. Insgesamt habe ich in den letzten Tagen weit über 1000 TSS Punkte gesammelt, 25% Zone 4 (= Schwelle) oder darüber.

Anfangs ging es viel ruhiger los als im Vorjahr. Ich war beim Start weiter vorne und musste nicht so drauf drücken wie 2011 (wieviel es genau war, weiß ich nicht, da mein Edge 500 meinen Power2Max erst nach einem Rescan nach ca. 10 min Fahrt gefunden hat) und insgesamt wurde um ein Stück langsamer gefahren. Das hat sich am ersten Anstieg aber gleich relativiert. Von Anfang an kämpfte ich mehr gegen den Berg (und meine schweren Beine), denn dass ich ihn locker hochfuhr. Die erste Hälfte ging es noch, dann wurde ich immer langsamer und konnte den Anschluss an eine grössere Gruppe nicht ganz halten. In der Abfahrt holte ich wieder etwas auf, um im nächsten Anstieg wieder gut 1 Minute auf die Gruppe vor mir zu verlieren. Das rächte sich in der langen Abfahrt zum Millstätter See, bei der ich mich mit einem Fahrer von vorne und einem Italiener, der in der Abfahrt von hinten ran kam, ans Einholen der grossen Gruppe machte. Insgesamt 54 Minuten fuhren wir zu dritt permanente Wechsel (= Intervalle über der Schwelle), bis wir die ca. 20 Mann starke Gruppe knapp nach Dellach tatsächlich eingeholt hatten. Mir war klar, dass es das für heute war und ich am Schlussanstieg nur mehr irgendwie schauen musste über die Runden zu kommen. So habe ich mich dann im Anstieg eher darauf reduziert zu überleben, denn das Letzte rauszuholen. Die Gruppe fuhr weg und ich kam letztlich als 41. ins Ziel mit einer etwa 3 Minuten schlechteren Zeit als letztes Jahr. Die gefühlte Anstrengung war wesentlich höher als 2011 und die Enttäuschung über eine (vermeintlich) schwache Leistung nicht ganz vom Tisch zu wischen.

Nach einer Portion Nudeln ging es dann rasch nach Hause und dort vor den Computer die Leistungsdaten anschauen. Da staunte ich nicht schlecht als ich sah, dass ich am 1. Berg bei annähernd gleichen Watt Zahlen sogar schneller war als 2011. Auch in der Abfahrt war ich schneller und auch in der 3er Gruppe ging es gleich schnell wie letztes Jahr in einer 6er Gruppe dahin. Die Zeitdifferenz zum Vorjahr kam hauptsächlich vom langsameren Start und dem Einbruch beim finalen Anstieg. Naja und die Platzierung ist schlechter, weil eben viele schneller waren als letztes Jahr.

Bleibt als Fazit eine Notiz an mich selbst: Eine tolle Veranstaltung, auf einem tollen Kurs, bei tollem Wetter macht mehr Spass, wenn man sie mit frischen, ausgeruhten Beinen angeht. 🙂

Leistungsdaten (Power2Max):

Links:

Ergebnisse
Homepage
Kärnten Radmarathon 2011
Aufzeichnung auf Strava.com

Straden & Knittelfeld 2012

Dieses Wochenende war noch einmal ein Doppelwochende mit den steirischen Meisterschaften am Samstag in Straden und einem Strassenrennen am Sonntag in Knittelfeld.

Straden

Spitzengruppe im Anstieg Richtung Start/Ziel

Darauf hatte ich mich schon gefreut, nachdem mir gesagt wurde, dass der Kurs sehr anspruchsvoll sein soll. So war es auch: Eine 7km lange Runde mit 2 ca. 1 min langen Anstiegen >10%, 2 kurzen Abfahrten und einem weiteren moderaten Anstieg. (Nur) 8 mal galt es die Runde zu absolvieren. D.h. 1,5h Vollgas.

Los ging es ganz gemütlich, mit ein paar Attacken. In der 2. Runde löste sich dann eine grössere Gruppe mit allen Favoriten (Willinger, Gruber, Vandelli, …) und mir. Am Berg machte ich meist das Tempo, fuhr mit gemütlichen 400W hoch. Konnte damit aber niemanden abschütteln. Erst in der vorletzten Runde wurde es dem Ex-Profi (10. beim Giro d’Italia, Sieger Österreich Radrundfahrt) Maurizio Vandelli zu bunt. Er zog an beiden Anstiegen an (= 500W Schnitt), nur Christoph Gruber & ich konnten mitfahren. In der Abfahrt rollte alles wieder zusammen und als Maurizio am flachen Anstieg noch einmal Gas gab, verpasste ich den Anschluss. Er fuhr auf und davon und der Rest der Meute wich die restlichen 1,5 Runden nicht mehr von meinem Hinterrad ab.  Somit 1. Vandelli, 2. Willinger und ich 6. (& Letzter) im Sprint der Gruppe. Teamkollege Martin Plank wurde 7.

Interessant die Leistungsdaten: 320W NP über 1,5h und das obwohl ich nicht das Gefühl hatte voll gefahren zu sein.

Leistungsdaten (Power2Max):

Leider nicht der Zieleinlauf, sondern nur eine Start/Ziel Durchfahrt: Ich vor Christian Gruber und Maurizio Vandelli

 

Knittelfeld

Da gibt’s nicht viel zu sagen. Ich kam nie so richtig in den Tritt. War am einzigen Anstieg zwar immer bei den Besten dabei, aber das zählt bei diesem Rundkurs nicht viel. In der ersten grossen Fluchtgruppe, die es auch bis ins Ziel schaffte, war ich (und auch sonst aus unserem Team niemand) dabei. Gerade als ich in der vorletzten Runde attackieren wollte, aber im Feld verkeilt war, tat dies mein Teamkollege Daniel. Er konnte sich lösen und ich beschränkte mich daraufhin das Feld zu bremsen und beim letzten Anstieg sicherheitshalber noch einmal mitzufahren.  Wäre aber nicht nötig gewesen, da es zu einem Massensprint des Hauptfeldes um die „goldene Ananas“ kam, in dem ich mich als 27. irgendwo im Mittelfeld platzierte. 271W NP über die 2h52min waren’s dann immerhin doch und ein paar Intervalle am Berg, aber bei weitem nicht so intensiv wie am Tag davor in Straden.

Links:
Ergebnisliste Straden
Ergebnisliste Knittelfeld
Fotos Straden vom LRV Steiermark (Facebook)