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Kaindorf 24h 2017

Irgendwann wollte ich immer schon einmal das 24h Rennen in Kaindorf in Angriff nehmen. In den letzten Jahren waren meist Familienurlaube im Weg, aber heuer sollte es so weit sein. Die Kids waren als Betreuer sogar die ganzen 24h dabei und haben mich als Motivatoren 60 Mal über den Weixelberganstieg getragen. Da niemand anders mehr als 60 Runden, 730km und 8784 Höhenmeter gefahren ist, wurde es dann auch der Gesamtsieg im 24h Einzel.


Meine top motivierte und motivierende Crew

Daten, Daten, Daten …

In 24 Stunden kommt einiges zusammen. Leider hat mein Radcomputer von ~3h – 12h keine Powermeterdaten erfasst. Diese habe ich auf Basis der Rundenzeiten interpoliert. Ergibt dann ~223W NP, ~188W Mittelwert, ~15.300 kJ und ~1.000TSS.


Die Taktik war von Anfang an zu versuchen möglichst den Windschatten von Staffeln auszunutzen. Das bringt einen im Flachen am schnellsten weiter, bedingt aber auch, dass man am Berg ordentlich hinhalten muss. In den ersten ~20 Runden sprangen im Windschatten der 10er Staffel meiner Teamkollegen 18-20 Minuten Runden heraus. Dafür waren aber an die 300W NP pro Runde notwendig. Nach 3,5h wechselte ich auf langsamere Staffeln. Die Speicher waren bis dahin schon ziemlich leer gefahren und ich konnte bzw. durfte nur mehr so viel „verfahren“ wie ich auch an Energie zu mir nahm. 600 kJ/h (~166W Dauerleistung) war offenbar die Grenze, die ich bis auf die letzten 10 Runden, in denen ich dann bewusst nur mehr locker gefahren bin, recht konstant gehalten habe.

Die Energiebilanz* weist – sehr ähnlich zu Hitzendorf 2013 – ein Defizit von rund 10.000kcal auf. Die fehlenden Kalorien können nur aus der Fett- oder Eiweißverbrennung gekommen sein. Ein Blick auf die Körperanalysewaage bestätigt das: ~800g-1.000g Fett fehlen. Mit einer gesteigerten Nahrungsaufnahme wäre hier noch viel Luft nach oben, v.a. im Bereich der Kohlenhydratzufuhr. Allerdings hätte dann wieder die Gefahr bestanden, dass es mir – wie beim RATA – den Magen umdreht. Was mir in Kaindorf in jedem Fall zu Gute gekommen ist, ist dass es eher kühl war und v.a. die intensive Startphase am Abend war. So musste ich nicht viel Wasser trinken und habe auch nicht übermässig viel Mineralstoffe (Salz) verschwitzt.

*Der Einfachheit halber wurde mit der Annahme kJ = kcal gerechnet, was einer Effizienz am Rad von 23,9% entspricht. D.h. von 100 umgesetzten kcal kommen 23,9 am Pedal an. Der Rest verpufft großteils als Abwärme.

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