Zweiländer Radmarathon 2013

Bereits zum 3. Mal bin ich bei dem kleinen, aber feinen Radmarathon in der Südsteiermark und Slowenien (Start wechselt jährlich zwischen AT&SLO) mit der Soboth als würdigem Scharfrichter am Start gewesen. Ziel war hinauf auf die Soboth (10km mit 1000hm) eine Art FTP Test zu fahren und einen Vergleich zu den Vorjahren zu haben. Geworden ist es dann der Sieg mit neuem Streckenrekord (3h:10m:11s)! 🙂

Das ca. 80 Mann starke Feld fuhr vom Start weg recht zügig bis zum ersten Berg. Dort ging es ähnlich schnell wie in den letzten Jahren hoch. Ich hielt mich eher im Hintergrund und bin für meine Verhältnisse eher locker raufgefahren. Da oben noch eine ~15 Mann starke Gruppe übrig war, habe ich in der Abfahrt sofort das Tempo übernommen und dafür gesorgt, dass die Gruppe auch im Flachstück entlang der Drau beisammen bleibt und im Kreisel fährt. Das hat gut funktioniert und geschlossen ging es in den 10km Anstieg hinauf auf die Soboth. Ich versuchte meine geplante Wattzahl anzulegen und mich nicht von den Anderen irritieren zu lassen. Interessanterweise kam das sonst übliche Hineinbrettern in den Berg nicht und ich konnte quasi von vorne mein Tempo durchfahren. Leider bin ich es doch etwas zu schnell angegangen und musste speziell im letzten Viertel etwas Federn lassen. Immerhin war ich als Erster oben und das um 2min schneller als 2012 und um 8min schneller als 2010.

Obwohl ich mind. 1min Vorsprung hatte, war ich mir sicher, dass mich in der Abfahrt, die durch einige Gegenanstiege sehr schmerzvoll ist,  eine Gruppe einholen würde. Dem war aber nicht so und so konnte ich ungefährdet als Erster ins Ziel einfahren.

Der FTP Test lief nicht ganz wie geplant (Segment auf Strava). Vermutlich ist es doch nicht so zuträglich, wenn man davor 2h ein Rennen fährt… Mit dem Vergleich zu 2010 und 2012 bin ich aber sehr zufrieden. Voriges Jahr wurde in Slowenien gestartet und die Soboth war der erste Berg. Heuer war’s der 2. Berg und ich war trotzdem fast 2min schneller.

Jetzt noch eine Woche locker regenerieren und dann heißt es Vollgas geben in den französischen Alpen bei der Haute Route.

Jpeg

Leistungsdaten 2013 (Power2Max):

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Leistungsdaten 2012 (Power2Max):

120812 zweilaender rm

Leistungsdaten 2010 (Powertap):

Zusammenfassung Zweiländer Radmarathon

Links:
Fahrt auf Strava
Homepage
Ergebnisliste
Bericht 2010
Bericht 2012

P.S.: Heute haben mich wirklich viele Leute angesprochen auf diesen Blog und dass ihnen diverse Beiträge und Erfahrungsberichte beim eigenen Training weitergeholfen haben. Das freut mich ausserordentlich, denn genau das ist das Ziel dieser Webseite. Danke dafür! Ich hoffe ich kann Euch weiterhin mit sinnvollen Beiträgen dabei helfen schneller zu werden.

ÖM Marathon Wachau 2013

Nach 2011 bin ich zum 2. Mal beim Wachauer Radmarathon mitgefahren, der auch gleichzeitig als Österreichische Meisterschaften Radmarathon gewertet wurde. Bis auf die Tiroler waren alle am Start, die in der Österr. Amateurszene Rang und Namen haben. Ein entsprechend hartes Rennen war zu erwarten.

Anfangs wurde allerdings kein sehr hohes Tempo angeschlagen. Am ersten Berg hatte ich unter 300 Watt Schnitt, dafür ging’s danach los. Speziell über die 5min langen Anstiege wurde ordentlich Tempo gemacht so dass ich trotz >360W Schnitt regelmässig den Anschluss an die Gruppe ganz vorne verpasste, aber danach immer wieder aufschliessen konnte. Der Jauerling – heuer erstmals im Programm – war der programmierte Scharfrichter: Unten rein ging es gleich voll zur Sache. Mir war das zu heftig. Ich legte einen Wattschnitt an, den ich mir über die ca. 25min zutraute und fuhr damit den Berg hoch. Anfangs weit hinten, holte ich Fahrer um Fahrer ein und war letztlich oben 1 Minute hinter einer Verfolgergruppe rund um meinen Transalp Kollegen Daniel Wabnegg und Amateurstaatsmeister K.H. Gollinger, die wiederum etwas mehr als 1 Minute hinter der 5 köpfigen Spitzengruppe lag. In der Abfahrt holte ich die Verfolgergruppe ein und im belgischen Kreisel ging es zu sechst bis zum Schlussanstieg nach Maria Langegg. Dort verkleinerte sich die Gruppe rasch auf vier Leute.

Kurz nach dem eigentlichen Anstieg in einer der letzten „Schupfen“ 15km vor dem Ziel attackierte ich: 30s mit 550W und der Überraschungseffekt verschafften mir einen Vorsprung, den ich bis ins Ziel – v.a. auch dank der Störarbeit von Daniel hinten in der Gruppe – sogar noch vergrössern konnte. Richtig geil war an der Stelle das Begleitmotorad mit Kameramann, das die ganze Zeit rund um mich herum fuhr und die Soloflucht auf Band festhielt. Echtes Tour de France Feeling! Da machten die letzten 5km im Flachen mit fast 44km/h Schnitt noch einmal richtig Spass.

Im Ziel war’s dann der 6. Platz* nur 1,5min hinter dem Sieger und Staatsmeister Michael Kastinger. 280W NP über 4h:34min sind neue persönliche Bestleistung über diese Dauer. Am letzten Teilstück bin ich außerdem die schnellste Zeit aller Teilnehmer gefahren.

Links:
Ergebnisse (ÖM)
Ergebnisse (Gesamt)
Fahrt auf Strava.com

* Leider waren auch heuer wieder einige Elitefahrer dabei – heuer sogar ein ganzes Team inkl. Legionäre – die regelmässig die Ergebnisse verfälschen und das Renngeschehen mit beeinflussen. Ich beziehe mich daher im Bericht oben immer auf die Meisterschaftswertung ohne Elitefahrer.

Tour Transalp 2013

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Im Ziel in Arco

Nach 2011 bin ich heuer zum zweiten Mal bei der Tour Transalp an den Start gegangen. Diesmal mit einem richtig starken Partner – Daniel Wabnegg, mehrfacher Amateurstaatsmeister – und powered by „bikeboard.at„. Bis auf das Wetter – es war eisig & regnerisch, die 2. Etappe musst sogar abgesagt werden – war die Woche wieder eine tolle Erfahrung und der 4. Platz (Herren) bzw. 6. Platz (Overall) auch eine spitzen Platzierung. Berichte von den einzelnen Etappen gibt es auf bikeboard.at (Übersicht, Vorbereitung, Etappe 1, Etappe 3, Etappe 4, Etappe 5, Etappe 6, Etappe 7), daher hier nur ein paar Zahlen und Vergleiche zu 2011.

2013:

130706 transalp zusammenfassung

2011:

Zusammenfassung Transalp

Durch den wetterbedingten Entfall der 2. Etappe war die Transalp 2013 wesentlich weniger anstrengend als die 2011er Ausgabe. TSS niedriger, Höhenmeter und Kilometer niedriger. Durch die schnelleren Fahrtzeiten und den besseren Partner war auch die Dauer der meisten Etappen kürzer. Was aus der Aufstellung nicht ganz so gut hervorgeht (v.a. weil es 2013 zum Teil sehr lange neutralisierte Phasen gab) ist die Intensität der einzelnen Etappen bzw. Anstiege. Am besten sieht man an Etappe 3, was wirklich abging, wenn etwas abging. Bei dieser Etappe sind wir mit den Leadern ins Ziel gefahren, haben bergauf viel investiert und konnten lediglich in den Flachstücken etwas rausnehmen.

Das Rausnehmen in den Flachstücken ist insgesamt auch der größte Unterschied zu 2011. Dort habe ich im Flachen viel mehr gearbeitet, während dies heuer nur recht selten der Fall war. Dafür ging es am Berg regelmäßig an die Schwelle heran, während ich 2011 aufgrund des schwächeren Partners die Berge wesentlich moderater gefahren bin.

Welche Wattzahlen sind notwendig um die Transalp zu gewinnen?

Was der/die Sieger gefahren sind, kann ich leider nicht sagen, da die Sieger nicht nur bergauf Gas gegeben haben, sondern auch im Flachen immer wieder andrücken mussten. Der beste Einzelfahrer war mit Sicherheit Emanuel Nösig und zu seiner FTP habe ich ja schon einmal eine Schätzung gemacht (~5,4 W/kg).

Bergauf waren wir einige Male an der Spitzengruppe drann bzw. wurden uns die Abstände durchgegeben, daher kann man dazu etwas mehr sagen:

  • Etappe 1 – Hochtannberg (Strava.com): 4,6W/kg. Da war die Spitze nicht viel schneller.
  • Etappe 5 – Passo d’Eira (Strava.com) & Mortirolo (Strava.com): Eira geschlossen mit dem Feld mit 4,2W/kg. Mortirolo mit 4,2W/kg, Spitze 10% schneller, d.h. 4,6W/kg.
  • Etappe 7 – Fai de la Paganella (Strava.com): 4,7W/kg. Spitze 5% schneller, d.h. 4,9W/kg.

Mehr als 5W/kg wurden scheinbar auch von der Spitze nicht getreten. Trotzdem dürfte die FTP der Fahrer ganz vorne knapp darüber liegen, da man typischerweise bei einem mehrtätigen Etappenrennen nur sehr schwer oder selten über die FTP geht. D.h. mit 5,0 – 5,3 W/kg ist man vermutlich vorne dabei.

Die Spitzenfahrer haben übrigens die Transalp auch als Vorbereitung (quasi „Trainingslager“) genutzt und erfreuen sich eine Woche danach der Superkompensation: Steinkeller und Kastinger haben beim Engadiner Radmarathon die ersten beiden Plätze belegt. Kristof Houben wurde bei La Marmotte zweiter.

Und ich? Ich fuhr bei den steirischen Meisterschaften Berg in Deutschlandsberg zwar kein so tolles Ergebnis (Platz 5 gesamt bzw. Platz 3 Meisterschaft) ein, aber mit einer tollen Teamleistung in der Anfahrt und einer guten Attacke, bei der nur mehr Maurizio Vandelli (2 facher Ö-Tour Sieger) folgen konnte, neue 5min und 10min Wattbestleistungen (Fahrt auf strava.com).

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Mit Kristof Houben (mitte) am Hochtannberg

Ringostar 2013

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Unglaublich, aber nach einer 3h langen Tempobolzerei bei einer Affenhitze auf dem Pannoniaring durfte ich bei der Siegerehrung der Route666 den Trostpreis – ein grünes Trikot – für die „schnellste Runde“ entgegennehmen. Das wohl einzige grüne Trikot, das ich in meinem ganzen Leben erhalten werde 😉

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(Fotos bikeboard.at)

Links:
Bildbericht auf bikeboard.at
Homepage Route666
Ergebnislisten
Fahrt auf Strava.com

GF Golfe Saint Tropez 2013

Eine Woche vor dem Auftakt in die österreichische Radsaison mit den Amateurrennen in Ybbs & Wels (Kirschblütenrennen) habe ich mir schon weit im Süden ein Ziel gesetzt: Qualifikation für das Amateur WM Finale auf den Monte Bondone beim Granfondo Golfe Saint Tropez.

Seit La Marmotte 2010 bin ich bei keinem Rennen im Ausland mehr an den Start gegangen. Die letzten 6 Monate fast nur auf der Rolle gefahren. Kein Trainingslager. Und dann gleich ein Rennen über 180km mit >2.500 Höhenmeter. Kann das gut gehen?

Ja, kann es. 🙂

Hätte ich nicht wie üblich das Problem bei langen Rennen, dass mir irgendwann die Kohlenhydrate ausgehen, dann wäre ich auch am letzten Hügel 15km vor dem Ziel wohl noch mit der Spitzengruppe mitgefahren und nicht 12. geworden, sondern irgendwo weiter vorne platziert gewesen.

Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis des Frankreich Trips sehr zufrieden: An den 3 Tagen ordentlich Kilometer gesammelt, für’s WM Finale qualifiziert und über weite Strecken mit der französisch/belgischen Marathonelite mitgefahren (von den Top 15 waren 3 auch unter den Top 15 bei La Marmotte 2012).

Links:
UCI World Cycling Tour
Homepage Granfondo Saint Tropez

Ergebnisliste
Fahrt auf Strava

P.S.: Strava scheint in Frankreich besser verbreitet zu sein als bei uns. Von den Top 15 haben ~7-8 Leute ihre Fahrt hoch geladen. Das macht das Vergleichen der Zeiten für die einzelnen Abschnitte um einiges interessanter.

P.P.S.: Mein Wahoo KICKR ist endlich angekommen.