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Doping im Amateurradsport

Da sich gerade mein ein paar Jahre alter Artikel über das Postalmbergrennen 2013 in den Top Beiträgen rechts ganz nach oben arbeitet (Top Ergebnis auf Google, wenn man nach „Nösig Doping“ sucht) und allgemein in das Thema seit dem letzten halben Jahr ordentlich Bewegung hinein gekommen ist, es aber nirgends eine Sammlung mit Links und Infos gibt, versuche ich hier die interessantesten Fakten (mit Bezug auf Österreich bzw. den Alpenraum) zusammenzutragen.

2010 – 2014

Ich bin 2010 mein erstes Rennen gefahren, hatte davor – ausser als interessierter Zuschauer von Tour de France, Giro & Vuelta – wenig mit Radsport zu tun. Natürlich bekommt man die Dopingprobleme im Profibereich mit, aber wie es damit im Amateurbereich aussieht, war mir völlig fremd. Daran hat sich im Laufe der Jahre auch nicht viel geändert, ausser dass einem laufend Gerüchte zugetragen werden und man bald einmal mitbekommt, dass das Thema Doping auch bei den Amateuren allgegenwärtig ist. Vor allem durch die Einstellung „Letzte Woche/Monat/Jahr habe ich XYZ noch abgehängt und jetzt ist XYZ schneller als ich. Der muss was genommen haben!“. Das wird dann über 3 Ecken weitererzählt und irgendwann hat jeder von jedem schon einmal gehört, dass er gedopt ist.
Wie es wirklich damit steht bleibt großteils verborgen, unter anderem weil scheinbar nicht oder nur wenig getestet wird. Die Liste sanktionierter Fahrer laut ÖRV führt zwar einige Amateure, aber mir sind mit Ausnahme der Wachauer Radtage (ÖM Marathon) bzw. der UCI Amateur WM in Trento 2013, keine Rennen mit Dopingkontrollen aufgefallen. 2014 hat sich das geändert. Erstmals gab es Kontrollen und es hat auch gleich ein paar Fahrer erwischt und hier beginnt nun auch die Faktensammlung.

2014

Juni:
Bei der ÖM Amateur Strasse in Grafenbach bin ich gerade in den Startvorbereitungen für das Amateurrennen, als die ersten drei (Krebs, Baringer, Schwarzäugl – Ergebnisliste) und zwei zufällig geloste Fahrer des soeben zu Ende gegangenen Master I Rennens zum Dopingtest gerufen werden. Beim Amateurrennen gibt es keine Dopingtests.

August:
Der Tiroler Amateur Christoph Kluge schreibt auf seinem Blog einen Beitrag über Doping im Amateurradsport. Der Beitrag findet über Facebook auch den Weg in die Tiroler Tageszeitung und somit auch ein breites Publikum.

September:
Auch bei der ÖM Berg der Amateure (Ergebnisliste) finden Dopingtests statt.

November:
Die Ergebnisse der Tests der ÖM Strasse liegen vor. Die Österr. Anti-Doping Rechtskommision spricht am 3.11. eine Suspendierung für Michael Schwarzäugl und Günter Baringer aus. Bei beiden ist es zu Unregelmässigkeiten gekommen, die Proben sind mit „Surfactants“ (Seife, Waschmittel o.ä.) verunreinigt. Bei Schwarzäugl wurden zusätzlich noch „Etiocholanone“ (Doping mit Testosteron, Wirkung von Anabolika/Testosteron) gefunden. Er gibt danach die Einnahme eines unerlaubten Mittels („Hormonpräparat meines an Prostatakrebs erkrankten und mittlerweile verstorbenen Großvaters“) im bikeboard.at Forum offiziell zu.

Die Veranstalter der Centurion Challenge, bei der Schwarzäugl mit gefahren ist, reagieren prompt, streichen ihn aus ihren Ergebnislisten und hinterlassen folgendes Statement auf der Homepage: Die CENTURION Mountainbike Challenge steht für eine absolute Nulltoleranz gegenüber Doping! In allen Rennen der CENTURION Mountainbike Challenge wird allen Fahrern, egal in welcher Radsportsparte und egal welcher anderen Sportart sie wegen Dopingvergehens gesperrt sind, der Start verweigert.

Dezember:
Das Verfahren gegen Schwarzäugl ist abgeschlossen, er wird für 2 Jahre (bis 27.6.2016) gesperrt (Pressemitteilung der Anti-Doping Rechtskommision).

Robert Massot (Frankreich, 59), Sieger der M55-59 Kategorie (Ergebnisliste), wurde am 31.8.2014 bei der UCI Amateur WM 2014 in Laibach positiv auf Anabolika getestet und wird von der UCI vorläufig suspendiert (Liste der vorläufigen Suspendierungen).

2015

Jänner:
Neuerlich sorgt ein Bericht in der Tiroler Tageszeitung für Aufsehen. Es wird kein Name genannt („Name der Redaktion bekannt“). Der positive Test stammt laut TT von der ÖM Berg im September. Konkret fällt der Verdacht auf den Sieger Emanuel Nösig, der auch schon die ÖM Zeitfahren der Amateure im August gewonnen hat, beim Ötztaler Radmarathon 2014 Zweiter wurde und bei zahlreichen anderen Radmarathons Siege bzw. Podiums Platzierungen eingefahren ist.

Februar:
Der Verdacht wird durch die Veröffentlichung der überarbeiteten „Liste der sanktionierten Fahrer“ auf der Homepage des Radsportverbandes bestätigt: Suspendierung ab 1.2.2015 wegen Fundes von Furosemid + Anabol-androgenes Steroid – Testosteron (Wirkung von Anabolika/Testosteron, Wirkung von Furosemid). Das Verfahren ist, wie jenes von Günter Baringer, noch nicht abgeschlossen.

Gegenüber dem Tour-Magazin spricht Nösig davon, „dass er nur vergessen habe ein Medikament anzugeben und es keine leistungssteigernde Substanz sei.“. Die Pressemitteilung der Anti-Doping Rechtskommission wird etwas deutlicher: „Die Analyse dieser Probe ergab das Vorhandensein von verbotenen Substanzen, nämlich Furosemid und 5aAdiol und/oder 5bAdiol, wobei Furosemid als spezieller Wirkstoff für die Frage einer Suspendierung unerheblich ist.“ In einem weiteren Bericht des Tour Magazins wird versucht die Leistungssteigerung anhand seiner Zeiten beim Ötztaler Radmarathon von 2008 bis 2014 zu veranschaulichen.

Ernst Lorenzi, der Organisator des Ötztaler Radmarathons, reagiert in einer Stellungnahme gegenüber der Tiroler Tageszeitung prompt und kündigt an auch in Zukunft keine Dopingtests durchführen zu wollen: „Es werden auch weiterhin keine Dopingkontrollen von uns organisiert. Aber die Tester können jederzeit kommen.“ Seine Erklärung: Die Top drei zu testen bringe nichts, auch dahinter sei unerlaubte Leistungssteigerung möglich. Sein Credo: „Beim Ötztaler fährt jeder für sich alleine. Und wenn einer so blöd ist und sich hinmachen will, soll er das tun.“ Bis zum Ende seiner Suspendierung (oder Sperre) dürfe Nösig nicht bei ihm starten.

Die Veranstalter des Race Around Austria zeigen sich hingegen in einem Kommentar auf Facebook zufrieden damit einen anderen Weg eingeschlagen zu haben. Michael Nußbaumer: „Nach all diesen Vorkommnissen bin ich richtig froh darüber, dass wir uns beim Race Around Austria dazu entschlossen haben, zu testen…. Klar kostets Geld (es ist aber keineswegs unleistbar), und ein möglicher positiver Test schadet medial, aber das ist alles Ansichtssache. Ein positiver Test ist vor allem ein Erfolg der Kontrolleinrichtung, er schützt die sauberen Sportler und er bereinigt die Szene.“

Mai:
Das Verfahren gegen Emanuel Nösig ist abgeschlossen: Vorhandensein des exogen verabreichten und verbotenen Wirkstoffs „5aAdiol“ und/oder „5bAdiol“ (S1.1b Anabol-androgenes Steroid – Testosteron) sowie des verbotenen Wirkstoffs „Furosemid“ (S5. Diuretika und Maskierungsmittel) beim In-Competition Test am 14.9.2014 führt zu einer 2 jährigen Sperre wirksam ab 1.2.2015 bis 31.1.2017 (Pressemitteilung der Anti-Doping Rechtskommission).

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, wird nun auch beim Ötztaler Radmarathon über Dopingkontrollen nachgedacht.

Die NADA testet bei den Österreichischen Meisterschaften Strasse der Amateure sowie Master1 in Amstetten jeweils die Top 3 Fahrer. Als Zweiter bin auch ich dabei und absolviere erstmals eine Dopingkontrolle.

Juni:
Beim Glocknerkönig werden von der NADA Dopingtests an zumindest zwei österreichischen Athleten (Klaus Steinkeller und ein weiterer Fahrer) durchgeführt.

August:
Die Anti-Doping Rechtskommission veröffentlicht den Abschluss von Verfahren gegen die Fahrer Branko Grah (8 Jahre) , Christian Isak (2 Jahre), Werner Nindl (4 Jahre) und Christof Kerschbaumer (lebenslang) die allesamt wegen Vergehen (EPO, Testosteron, Weitergabe von Dopingmitteln…) aus den Jahren 2007-2009 gesperrt wurden. Von den gesperrten Personen ist mir persönlich nur Christian Isak (Zweiter beim Neusiedlersee Radmarathon 2014) bekannt. Branko Grah sammelte in den letzten Jahren einige Erfolge bei diversen Amateurrennen (Masters, Radmarathon, XC)Pressemitteilung der Anti-Doping Rechtskommission.

Ein paar Tage vor dem Ötztaler Radmarathon wurde bekannt, dass Roberto Cunico (ITA), der Sieger dieser Veranstaltung 2013&2014, beim Granfondo Sestriere am 2.8. einen positiven Dopingtest (EPO) ablieferte. Er wird daraufhin kurzfristig von der Startliste des Ötztalers gestrichen. Der Ötztaler Radmarathon selbst verkommt zu einer Farce: Es gewinnt Enrico Zen (ITA), der Schwager und Edelhelfer von Cunico, vor drei weiteren Italienern. Im Ziel erklärt er unter Tränen: „Schade, dass Roberto nicht hier ist“ (Tiroler Tageszeitung). Dopingkontrollen gibt es keine.

November:
Nun ist auch das Verfahren gegen Günter Baringer abgeschlossen. Die Anti-Doping Rechtskommission verkündet in einer Pressemeldung eine 2 jährigen Sperre bis 12.10.2016 wegen „unzulässiger Einflussnahme auf die Integrität und Validität der Probe (M2 1. WADA Prohibited List 2014), nämlich das Vorhandensein von „Surfactants“ (Tensiden) in erheblichem Ausmaß“. D.h. die Probe war mit Putzmittel/Seife verschmutzt und konnte nicht ausgewertet werden.

2016

März/April:
Bei den ersten Saisonrennen der Amateure in Leonding und Wels (Kirschblütenrennen) werden Dopingtests an einigen top platzierten Fahrern durchgeführt. Dabei wird bei Lukas Hofer (Sieger in Wels, 2. in Leonding) die unerlaubte Substanz Oxilofrin gefunden und er mit 9.5. vom ÖRV vorläufig suspendiert.

Juli:
Die Antidoping Rechtskommission spricht vorläufige Suspendierungen gegen Martin Walder (EPO, Cortison, Insulin, Eigenblutdoping, Glukoseinfusionen sowie Handel mit EPO und Testosteron) und Simon Schupfer (Cortison, Glukoseinfusionen) aus. Die beiden Osttiroler fuhren 2015 bei der Bike Transalp im Team auf den 12. Platz.

August/September:
Beim Ötztaler Radmarathon gibt es wieder keine Dopingkontrollen. Über den Sieger Bernd Hornetz ergießt sich der übliche Doping-Verdachts-Shitstorm (Mutanten im Ötztal, Der Traum des ÖRM und seine Gerüchteküche).

Anders beim Zeitfahrklassiker King of the Lake. Die Veranstalter heuern die NADA an und neben Sieger Igor Kopse werden auch Tobias Erler und Wolfgang Eibeck unmittelbar nach der Zielankunft zum Dopingtest gebeten. Wie sich 3 Wochen nach dem Rennen herausstellt hat Igor Kopse den Dopingtest verweigert, weil er ein unerlaubtes Medikament (Daleron Cold 3) gegen eine aufziehende Erkältung zu sich genommen hat und keinen positiven Test abliefern wollte. Dies begründet er im Detail in einem sehr ausführlichen Statement auf Strava (Da auf Strava etwas schwer aufzufinden habe ich den Text hier rauskopiert) noch bevor es eine offizielle Veröffentlichung der NADA gibt. Die Veranstalter reagieren prompt mit einem Statement auf Facebook in dem sie eine Ergebniskorrektur nach dem Abschluss des Verfahrens durch die NADA/SLOADO ankündigen. Auch die SLOADO reagiert rasch, spricht eine 4 jährige Sperre aus und erklärt das Verfahren als abgeschlossen. Er wird daraufhin aus den Ergebnislisten des King of the Lake gestrichen.

 

Auf Facebook hat sich zu diesem Beitrag eine umfangreiche Diskussion ergeben in der sich auch einige bekannte Namen aus der Österr. Amateurszene zu Wort gemeldet haben.

Links:
Liste der sanktionierten Fahrer – Österr. Radsportverband
Liste der vorläufig sanktionierten bzw. gesperrten Sportler – NADA
Listen der vorläufig sanktionierten bzw. gesperrten Fahrer – UCI / Weltverband
Pressemitteilungen der Österr. Anti-Doping Rechtskommision
Dopingfälle im Radsport – Wikipedia

P.S.: Meine persönliche Meinung zu Doping im Hobbysport ist hier zwar nicht relevant, falls es doch wen interessiert hier ein Link dazu.

ÖM Amateur Strasse Grafenbach 2014

Für heuer mein letztes „A“ Rennen, also ein Rennen wo ich eigentlich so gut als möglich abschneiden wollte. Leider hat sich irgendwie mein Körper die ganze Woche davor schon gar nicht gut angefühlt, daher ging ich mit relativ niedrigen Erwartungen an mich selbst in das schwierige Rennen auf dem 6km langen Rundkurs mit 3 kurzen und schnellen Anstiegen, den es 16 Mal zu befahren galt. Abwarten und schauen ob etwas geht, falls nicht meine Mannschaftskollegen so gut unterstützen wie nur möglich, war angesagt.

Das tat ich dann auch genau 3 Runden lang. Nach einer halben Stunde, gegen Ende der 4. Runde, war die Müdigkeit aus den Beinen rausgefahren und ich legte einmal 3min >400W über 2 Anstiege und die Zielgerade an. Das Feld zog sich in die Länge, aber mehr passierte vorerst nicht. Allerdings nahm Thomas Mairhofer den Ball auf und drückte in der nächsten Runde gleich wieder an. Ausser mir konnten nur Wolfgang Götschhofer, Martin Spitzer und ein weiterer Fahrer dem Tempo folgen – Peter Pichler schloss 2 Runden später noch zu uns auf. Eine starke Gruppe war formiert in der es dann einige Runden dahin ging. Leider lies uns das Feld nicht fahren, nach 5 Runden in Runde 9 waren wir wieder eingeholt.

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Spitzengruppe am 2. Anstieg unmittelbar nach Start und Ziel

Ich erholte mich in den folgenden Runden im Feld und wartete ab. Viel passierte nicht. Einzelne Gruppen versuchten es immer wieder, aber selten waren sie stark genug bzw. wurden vom Feld fahren gelassen. Gegen Ende konnten sich dann aber doch noch 4 Fahrer ca. 30s vom Feld absetzen. In der Mitte der vorletzten Runde versuchte der starke Zeitfahrer Wolfi Eibeck sich auf den Weg zu machen. Mit meinem besten 30s Antritt ever (in Watt) habe ich ihm nachgesetzt. Aber auch aus dieser Flucht wurde nichts, ein paar Minuten danach fuhr beim Anstieg Richtung Ziel das Feld wieder heran. 30s hatte die Gruppe vorne immer noch Vorsprung als die letzte Runde eingeläutet wurde. Ich blieb gleich in Front und setze alles auf eine Karte. Zog den Anstieg nach Start und Ziel voll durch, auch das Flachstück und den darauf folgenden kurzen Anstieg in dem ich in der Runde zuvor Wolfi nachgesetzt war und tatsächlich war das Loch zur Spitzengruppe binnen 3km zugefahren gewesen. Allerdings hatte ich das gesamte, immer noch 40 Fahrer starke Feld mitgenommen. Die Entscheidung musste am 1km Schlussanstieg und Sprint ins Ziel fallen. Ich ging gut platziert als 3. hinein, und fuhr dann – warum auch immer – den Anstieg nicht auf Teufel komm raus Vollgas durch, sondern eher locker, Reserven für einen Sprint aufhebend, bei dem ich so oder so keine Chance haben würde. So kam es dann auch, wobei noch erschwerend dazu kam, dass mir Sieger Peter Pichler einen Rempler versetzte und ich erst gar nicht so recht zum sprinten kam … Platz 14.

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Am Beginn der letzten Runde

Interessant die Auswertung danach via Golden Cheetah:

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Gelb ist die Leistung (geglättet) und grün die Geschwindigkeit. Der letzte rote Graph gibt an, wie sich meine anaeroben Speicher während des Rennens entwickelt haben. Nach der Vollgasphase in Runde 4 waren sie komplett leer. Das Mitgehen der Attacke in der darauffolgenden Runde ging sich aber noch aus. Nach 5 Runden Spitzengruppe nahm ich raus und ruhte mich aus. Ab der vorletzten Runde dann wieder Gas, wobei – zumindest rein rechnerisch – am Ende noch etwas Sprit im anaeroben Tank gewesen sein hätte müssen.

Links:
Ergebnisliste
Fahrt auf Strava.com
Fotos vom LRV Steiermark

Knittelfeld & Offenhausen 2014

Knittelfeld

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Nachdem ich in Langenlois etwas „lahmhaxert“ war und mich in dem mittlerweile doch recht langem und intensivem 1. Rennblock 2014 schon etwas müde fühlte, war die Erwartungshaltung für die steirischen Meisterschaften im Strassenrennen in Knittelfeld nicht allzu hoch. Allerdings hatte ich schon am Tag davor beim „Abschlusstraining“ ein sehr gutes Gefühl. Die Beine waren ganz und gar nicht mehr lahm, auf einmal war der Biss wieder da, der mir zuletzt abgegangen ist. Offenbar hat meine Generalprobe für den Glocknerkönig und gleichzeitig erfolgreicher „5W/kg über eine Stunde halten“ Versuch die Maschine ordentlich durchgeputzt. Oder es war auch nur das strahlend schöne Wetter während der ganzen Woche …

Jedenfalls lief es auch beim Rennen ausgezeichnet (Bericht vom Renngeschehen). Vor allem das Teamwork hat richtig Spass gemacht, auch wenn ich dadurch eine bessere Einzelplatzierung eingebüßt habe (Bin in der letzten Runde den Anstieg für meinen Teamkollegen angefahren). 314W NP bzw. 200TSS über 2h:15m. 9. Platz gesamt, 5. steir. Meisterschaft. Neue Watt-Bestleistung im Bereich 1-2min. Einzig die Fluchtgruppe in der 2. Runde durchzubringen oder wenn Teamkollege Max am letzten Anstieg die Gruppe zerstört hätte, wäre noch schöner gewesen.

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Links:
Ergebnisse
Fotos LRV Steiermark
Fahrt auf Strava.com
Rennverlauf

Einzelzeitfahren Offenhausen/Grünbachtal

So soll es sein: Man plant etwas (310/330/380/310), führt es aus (310/332/361/312) und freut sich danach sowohl über das Ergebnis (7. Platz) als auch dass der Plan gut war und man es geschafft hat sich daran zu halten.

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Während ich voriges Jahr viel zu schnell gestartet und ganz und gar nicht auf Touren gekommen bin, wollte ich heuer den anspruchsvollen (und mit Mörbisch für mich schönsten) Zeitfahrkurs mit einer ordentlichen Krafteinteilung durchziehen. Das ist mir trotz Regen & Wind perfekt gelungen (Vergleich auf raceshape.com). In den Rückenwindpassagen etwas rausgenommen und im hügeligen Gegenwindteil bzw. im 3min langen Anstieg ordentlich angedrückt, ohne am Ende zu „verhungern“. Ergibt den 7. Platz  mit nur 15s Rückstand auf den 3. Platz. 20W mehr Schnitt als 2013. Im 12. Rennen 2014 zum 10. Mal unter den Top 10.

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Links:
Ergebnisse
Fotos LRV Steiermark
Fotos Werner Kapfenberger
Fahrt auf Strava.com
Rennverlauf

Rennradtage Langenlois

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Wieder einmal stand mit den Rennradtagen in Langenlois (4 Etappen. 2 Strassenrennen, ein Bergrennen und ein Einzelzeitfahren) eines der Highlights im Österr. Amateurradsportkalender an. 2011 fuhr ich dort mein erstes Lizenzrennen (und gewann es auch), 2012 stürzte ich und zerstörte mir dabei nicht nur den Carbonrahmen meines Rades, sondern auch ein Band im linken Daumen und dadurch die restliche Saison. 2013 genoss ich das schöne Wetter und legte bei EZF und Strassenrennen 2 eine sehr gute Performance hin (5. Platz in der Gesamtwertung).

Heuer war leider das Wetter extrem schlecht. Es regnete bei jeder Etappe. In unserem Zimmer herrschte tropisches Klima: Alle Heizkörper maximal aufgedreht und voll gehängt mit nassem Radgewand. 30 Grad und 85% Luftfeuchte. Beinahe hätte es von der Decke getropft …

10402680_779536078748044_6597369134502396011_nBei den Rennen hielt ich mich etwas zurück. Versuchte auf keinen Fall in einen Sturz verwickelt zu sein, mir die Kräfte optimal einzuteilen, die Unterstützung meiner Teamkollegen bestmöglich zu nutzen und trotzdem möglichst wenig Zeitrückstand zu wahren um in der Gesamtwertung gut abzuschneiden. Das ist mir auch gelungen. Bei der ersten (von 99 auf 66km verkürzten) flachen Etappe kam ich mit dem Feld ins Ziel. Beim Einzelzeitfahren verlor ich ~30s auf die Spitze (6. Platz) und beim anschliessenden Bergrennen gelang mir mit Platz 3 erstmals ein Teilerfolg im Sprint einer grösseren Gruppe. Auch am Sonntag war die Ausbeute ein Teilerfolg im Sprint der ersten Verfolgergruppe und somit der 7. Etappenplatz und der 6. Gesamtrang. Das war ob des stark besetzten Feldes – Gesamtklassement: 1. Weltmeister (Kopse), 2. Europameister (Strobl), 3. Österr. Meister Strasse (Gollinger) und 4. Österr. Meister Berg (Traxl) – trotzdem sehr zufriedenstellend.

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Für alle, die dabei waren und nach mehr Daten lechzen dürften die Strava Auswertungen vom EZF sowie vom Rennverlauf am Sonntag (Play Button drücken. In der 3. Runde kommt die entscheidende Attacke) recht aufschlussreich sein.

Links:
Homepage der Veranstaltung
Ergebnisse
Strava: Strassenrennen 1, EZF, Berg, Strassenrennen 2
Fotos vom LRV Steiermark:  Strassenrennen 1EZFBergrennenStrassenrennen 2

EZF Ybbs & Kirschblütenrennen 2014

Wie im Vorjahr so war auch heuer mein Saisonstart in die Amateursaison mit dem Doppelwochenende in Ybbs und Wels.

EZF Ybbs

„Brettlebene“ 6km hin und wieder zurück entlang der Donau. Ein Kurs der mir alles andere als liegt, aber vielleicht gerade auch deswegen ein guter Leistungstest zum Saisonauftakt ist und eine Gelegenheit mehr den neuen Zeitfahrer auszuführen – so viele Zeitfahren gibt es letztlich nicht. Das Wetter war perfekt, nahezu windstill, bewölkt, kein Regen. Die Beinchen fühlten sich zwar nicht so gut an, aber das heißt erfahrungsgemäß nicht viel.

Also rauf auf die (imaginäre) Rampe und los ging’s. Geplant wären 330W auf den ersten 3km gewesen (Schnitt 2013: 337W), gefahren bin ich 369W. Aber es fühlte sich (noch) erstaunlich gut an, also weiter 350W auch am 2. Viertel bis zur Wende halten – gewesen sind’s 364W. Der schleichende Tod musste kommen und das tat er auch. Nach der Wende noch einmal angedrückt und beschleunigt und auf einmal machte sich eine gewisse Leere in den Beinen und eine gewisse Verzweiflung im Kopf („Noch 6km! Wo ist das Sauerstoffzelt“) breit. 353W (3. Viertel) und 348W (4. Viertel) sind es dann zwar noch geworden, aber ideales Pacing schaut anders aus. Mit 354W Schnitt (5,4 W/kg) war ich in Summe zwar ein gutes Stück stärker als 2013 und auch um 40s schneller am Ziel, aber das waren alle anderen auch. Daher immerhin um einen 12. Platz und die Erkenntnis reicher, dass da noch mehr geht und der neue Zeitfahrer ein absolut geiles Geschoss ist auf dem ich mich so richtig wohl fühle.

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(Quelle: LRV Steiermark)

Links:
Ergebnisliste
Fahrt auf Strava
Fotos LRV Steiermark
Fotos Radsportfotos.at

Kirschblütenrennen

Ein hügeliger Klassiker mit 3 Runden zu je 35km, den ich voriges Jahr zum ersten Mal gefahren bin wo ich gleich in der ersten Steigung im Stau gesteckt bin, absteigen musste und so viel Zeit verloren habe, dass es bis knapp vor dem Ziel dauerte bis ich wieder in der Spitzengruppe war.

Das sollte es heuer nicht werden, daher habe ich mich bewusst vom Start weg versucht vorne zu positionieren. Das ging über den ersten Hügel drüber auch sehr gut, auf der breiten und schnellen Abfahrt danach begann mein Rad aber wie wild zu „schlankeln“. Ich dachte schon an einen Materialdefekt und wollte aufgeben, habe es dann aber nicht getan – was auch gut so war, denn mir war einfach nur kalt … – allerdings viele Plätze verloren und ich war erst wieder weit hinten gefangen. Daher auch am nächsten Anstieg den Abgang einer starken Gruppe mit Emanuel Nösig, Ewald Robeischl, Igor Kopse und weiteren verpasst. Wenigstens war ich nicht alleine, auch Andi Traxl (und niemand aus seinem Team) sowie keiner aus dem Ovilava Team war vorne vertreten. Der Abstand der Gruppe wuchs an, aber sie konnten immer in Sichtweite gehalten werden. Gegen Ende der ersten Runde wurden die Störaktionen der Teamkollegen von Emanuel aber immer nerviger und das Tempo im Feld drohte immer öfter abzusinken. Als dann auch noch Andi Traxl am zweiten Hügel der zweiten Runde andrückte, sich mit einem anderen Fahrer aus dem Staub machte und vom Feld fahren gelassen wurde, war klar, dass rasch etwas passieren musste, wenn ich noch nach vorne kommen will. Gesagt getan, den 3. und 4. Hügel gemeinsam mit Wolfgang Götschhofer und Alfred Schabauer voll durchgefahren und vorne waren wir.

Dort ging es sofort in den längsten Anstieg bei Mistelbach und das Tempo war zu meinem Erstaunen nicht so hoch wie befürchtet. Ausserdem schien mir Emanuel etwas angeschlagen. Auch die restliche zweite Runde und der Beginn der dritten Runde wurde zwar gemeinsam und im Kreisel aber nicht mit sehr hohem Tempo absolviert. Das eröffnete Andi Traxl auch die Möglichkeit sich beim zweiten Anstieg abzusetzen und alleine einen Fluchtversuch zu wagen. Ca. 300m betrug sein Vorsprung bis dann Igor & ich am nächsten Hügel einen Attacke starteten. Leider fehlte mir oben raus der Punch. Mehr als Andi einzufangen und die Gruppe wieder zusammenzuführen war nicht drinnen. Daher ging es geschlossen zum letzten Mal in den Anstieg nach Mistelbach. Ich setzte mich sofort an die Spitze und hielt das Tempo hoch, nach der Kehre übernahm Igor und setzte die Pace. Leider etwas zu hoch für mich (und auch alle anderen). Er verschaffte sich oben bei der Bergwertung einen Vorsprung von 30m, den er bis ins Ziel in Wels durchbrachte. Da er aber in der Master1 Kategorie startet, war er für das Amateurrennen nicht von Bedeutung. Einzig als Zug für einen Soloritt wäre sein Hinterrad perfekt gewesen, daher habe ich nach der Abfahrt noch einmal eine Attacke gestartet, aber es wollte nicht sein. Immerhin wurde die Spitzengruppe auf 8 Fahrer ausgedünnt, Emanuel Nösig und Alfred Schabauer mussten am Berg reissen lassen, so dass der 8. Platz quasi fix war. Dabei blieb es dann auch.

Fazit: Viel Spass gehabt, keine gefährlichen Situationen (obwohl die Strasse anfangs nass war), ordentliche Leistungswerte (301W NP auf 2h:39min). So soll es sein! Gerne wieder. Gratulation an die Sieger (Igor/Master 1; Thomas, Andi & Ewald/Amateur)

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(Quelle: LRV Steiermark)

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Ergebnisliste
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